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Die Frage nach der Schuld

Aktualisiert: Sept 5

Wo (und wann) fängt Schuld an?


Einige werden sich jetzt fragen: gehört das hier her? Hier in diesen Blog? Aber natürlich. Wie so viele Themen im Leben, die einen umtreiben … Und wie auch hier bereits auf der Startseite geschrieben steht:  "Alexografie vereint Bild & Wort miteinander, lädt zum Nachdenken … ein!“


Also, gehen wir der Frage einmal nach. Denn die Frage nach der Schuld hat verschieden Ursachen und wird in vielerlei Lebenssituationen gestellt. Und es soll ein kleiner "Anstubser" dafür sein, genauer hinzusehen, wenn Menschen im eigenen Umfeld Hilfe benötigen, sich aber nicht trauen, diese einzufordern. Es geht dabei vor allem um ein Thema, welches in in unserer Gesellschaft immer noch ein "Tabu" ist: Depressionen. Schaut also nicht weg! Seht hin. Hört zu! -> Dazu findet Ihr am Ende dieses Blog-Artikel auch noch ein paar wichtige Zeilen ..



Wenn wir uns in zwischenmenschlichen Beziehungen falsch verhalten, wenn wir missverstanden werden, wenn wir ausgegrenzt werden, wenn wir Fehler begehen, wenn wir nicht zeigen können, wer wir wirklich sind, wenn wir nicht mal genau wissen, wer wir sind … - wer ist daran Schuld?


Wir können uns die Umgebung, in der wir geboren werden, nicht aussuchen. Es ist schlichtweg eine Laune der Natur - simpel ausgedrückt.


Wenn wir uns selbst suchen, um herausfinden, wer wir sind, ist das meist ein Prozess, der in der Kindheit beginnt = die geistige und emotionale Entwicklung.


Wenn aber diese Entwicklung vom Elternhaus blockiert und nicht gefördert wird, dann begeben wir uns auf eine ständige Reise. Wir suchen nach Anerkennung, nach Liebe, nach Verständnis. Wir suchen uns Häfen. In Häfen bleibt man nie für immer, sondern immer nur für eine gewisse Zeit.

Reisende sind ständig auf der Suche nach sich selbst. Auf dieser Reise lassen sie Menschen zurück, die sie lieben und von denen sie geliebt werden. Für den Verlassenen ist das mit großem seelischen Schmerz verbunden. Doch für den, der verlässt, kann der Schmerz ebenso groß sein.

Menschen, die Häfen sind und Menschen, die Reisende sind, ziehen sich oft unbewusst einander an. Der eine sucht Halt, der andere will Halt geben. Es entsteht ein Konflikt, der oft viel zu spät bemerkt wird.

Reisende finden keinen Halt in ihrem eigenen Inneren. Die Ursache dafür liegt oftmals im Elternhaus. Fehlende Aufmerksamkeit und Anerkennung, keine Liebe, keinen wirklichen Halt … sind nur einige Beispiele. Eltern, die ihren Kinder keinen Halt geben können: sind sie Schuld für die spätere Fehlentwicklung ihrer Kinder? Egal, ob Desinteresse bzw. mangelnde Aufmerksamkeit oder Mißachtung der Kindesfähigkeiten oder gar Gewalt, Drogensucht und andere desaströse Umstände, die in einem Elterhaus herrschen können - sind dann diese Eltern Schuld? Warum sind diese Eltern so? Was hat sie dazu gemacht? Wiederum ihr eigenes Elternhaus? Und davor … und davor … und davor?


Wo (und wann) fängt Schuld an?


Wir sollten uns nicht ständig danach fragen. Tun wir dies dennoch, begeben wir uns in eine Spirale: einmal sind wir ganz unten, dann wieder ganz oben und dazwischen werden wir umhergewirbelt. Wir finden wieder keinen Halt. Wir müssen die Kraft aufbringen und diesen Halt in uns selbst finden. Andernfalls werden wir nie Halt erfahren und nie dauerhaft Halt geben können.

Es geht nicht um Schuld! Es geht um Verantwortung gegenüber uns selbst. Erst, wenn wir uns dieser Verantwortung stellen, lernen wir, zu akzeptieren, wer und was wir sind:

Es beginnt die Entwicklung, die uns als Kind versagt wurde. 

Vielleicht liegt die Ursache, für die Frage nach der Schuld, auch ganz woanders. Es können traumatische Erlebnisse sein, die wir nie verarbeiten konnten, weil wir uns die Zeit dafür nicht nahmen … und: weil wir nie um Hilfe baten - aus Stolz, Angst, Scham oder weil es uns schlicht weg nie jemand beigebracht hat.



Wir haben Fehler, wir haben Macken, Makel, Ecken und Kanten. Das macht uns einzigartig und unverkennbar. Wir können dennoch geliebt werden, so wie eine Rose mit ihren Dornen und wer Liebe empfängt, kann auch Liebe geben!


Es gibt keine genetische Verpflichtung, das, was uns einst in der Kindheit prägte, nicht verändern zu können. Es ist der freie Wille, der uns gegeben wurde!

 

Wir müssen lernen, zu unseren Ecken und Kanten zu stehen: ein Diamant ist schließlich auch nicht nur glatt und nur rund. Aber jeder Diamant ist einzigartig. Mit einem Unterschied: 


In erster Linie müssen wir uns selbst gefallen und nicht den anderen!


Wir alle können Brücken sein zwischen (zwei) Menschen, die sich dazu entschieden haben, getrennte Wege zu gehen. Auf dieser Brücke können sie innehalten und hinüberschreiten - in die eine oder andere Richtung. Die Brücke trägt ihre Last mit. Auch dafür sind Brücken da.

Menschen gehen oftmals getrennte Wege, um die Weichen in ihrem Leben neu zu stellen. Auf diesem Wege wird oftmals die Last der Schuld, als auch die Frage nach dem "Warum" mit sich herumgetragen. Loszulassen ist einer der schwersten Bürden unseres Lebens. Sie bringt oftmals Wut mit sich - Wut aus Verzweiflung.


"In jeder Minute, in der man wütend ist, verliert man 60 Sekunden Fröhlichkeit!“


Hier beginnt der Prozess des Loslassens. Denn Loslassen ist die reinste und aufrichtigste Form der Liebe. Aber auch die schwierigste.


„Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber wir können Fußspuren in die Gegenwart setzen, die in der Vergangenheit bleiben und die Zukunft verändern.“



Es gibt keine Reise ohne Wiederkehr. Und kehren wir auch nur ins eigene Herz zurück, das einst den ersten Schlag in der Sekunde tat, in der wir geboren wurden.


Jeder ist eine Brücke im eigenen Hafen

auf der Reise durch das eigene Ich.



Wenn niemand Dir zuhört


Wenn Du versuchst, Signale zu senden,

wenn Dein Lächeln es schafft, jedoch jeden zu blenden,

wenn Du innerlich weinst und Dein Gesicht das nicht zeigt,

wenn sich die Kraft fast gänzlich dem Ende neigt

und alles um Dich herum jedoch schweigt,

dann bist Du allein.


Wenn selbst Facebook, WhatsApp und Twitter nichts nützen,

wenn Tränen versiegen zu kleinen Pfützen,

wenn niemand da ist, um Dich zu beschützen,


dann bist Du allein.


Wenn Du Witze machst und jeder lacht,

und sich dann auch jeder hat gedacht,

dass Du Humor hast und glücklich bist,

hast Du mit gut gemeinter List,

hinweggetäuscht über den Schmerz Deiner Seele

und bist mit eng verschnürter Kehle

dem nächsten Tag freundlich begegnet,

selbst dann noch, wenn es regnet.

Wenn Du Dir Nähe wünschst und niemand ist da,

und alle denken, Dir geht’s wunderbar,


dann bist Du allein.


Wenn alles auf Knopfdruck funktioniert,

täglich von neuem zielorientiert,

ganz selbstverständlich drum herum passiert,

von früh bis spät fein detailliert,

genau durchdacht und koordiniert,

abgestimmt und organisiert,

und sich niemand mehr für Dich interessiert,


dann bist Du allein.

Wenn Du versuchst mit Unwichtigem abzulenken,

in der Hoffnung, man möge Dir Aufmerksamkeit schenken,

wenn alle Brücken abgerissen

und alles in Dir ist zerrissen,

wenn alle Zeichen unerkannt

und jeder hat sich abgewandt,


dann bist Du einsam und

allein.

Wenn Du um Hilfe rufst und sich niemand dran stört

und erst wenn es zu spät ist, ist man empört,

wenn Verzweiflung in Dir die Hoffnung zerstört,


dann hat man Dir nicht zugehört.

Wenn niemand mehr mit dem Herzen sieht,

was vor seinen Augen wirklich geschieht,

wenn der Zeiger der Uhr vor der Sekunde flieht,

der letzte Stern am Himmel verglüht,


dann ist es zu spät.

© A.W.H.



© Text, Photos & Grafik: Alex We Hillgemann. Co-Autorin: Silke Hillgemann. Juli 2020


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