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Schutzengel an Bord

Aktualisiert: Sept 3

Es geschah vor 2 Jahren ...

Schutzengel

Heute feiern wir Marla Peppels 4. Geburtstag - zum Glück.

Und wir wissen, dass das Wort Glück im Wörtchen Unglück steckt und wie nah beides zusammenhängt ...

Es war der 02. September 2019 - Marla's 2. Geburtstag, den wir an diesem Tag mit der Familie gemeinsam feierten. Marla, unsere Feelgoodmanagerin auf vier Pfoten, die unser Leben auf so vielfältige Weise bereichert.


Wir saßen allesamt gemütlich an einem reichlich gedeckten Tisch und schauten dabei vergnügt Marla zu, wie sie ihr neues Hundespielzeug auf dem Boden durch die Gegend wirbelte und sichtlich Freude daran hatte.


Am frühen Abend wollte ich meine Mutter nach Hause fahren. Nur wenige Minuten zuvor entschied ich, Marla Peppels zu Hause zu lassen. Eine gute Entscheidung, wie sich nur wenige Minuten danach herausstellen sollte.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass dies vorerst für lange, lange Zeit das Letztemal sein sollte, an dem wir alle so vergnügt beisammen saßen ...


Solche Tage vergisst man niemals. Obwohl man genau das eigentlich manchmal möchte!

Innerhalb 1 Sekunde – rums – nur wenige Minuten nach unserer Abfahrt von zu Hause, stand unser komplettes Leben auf dem Kopf. Ein SUV nahm uns an einer Kreuzung die Vorfahrt und wir fuhren frontal ineinander. Ich saß noch im Auto - vollkommen unter Schock. Das Auto war vorne und auf der Rechten Seite total zusammengedrückt. Ich traute mich kaum, meinen Kopf zu bewegen. Rechts neben mir auf dem Beifahrersitz saß meine Mutter und innerlich spielten sich vor meinen Augen furchtbare Szenen ab ... ich dachte, meine Mutter wäre schwerverletzt. Als ich wieder einigermaßen zu mir kam, merkte ich, dass sie mit mir sprach! Offenbar ging es ihr gut - so zumindest hatte es den Anschein. Ich befreite mich aus dem Auto. Meine Mutter musste auf der Fahrerseite herausklettern.

Autounfall

Ich realisierte erst viel später, welch großes Glück wir hatten! Offenbar war ein Schutzengel an unserer Seite gewesen, welcher einen super Job gemacht hatte. Job? Es ist wohl eher seine Berufung – DANKE dafür! Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich selbst erlitt nur ein paar kleine „Blessuren“ und humpelte danach eine Weile von A nach B. Der Kopf brummte, mein Ohr hatte irgendwas abbekommen … Alles in allem recht harmlos.


Am Schlimmsten war der Schock. Alles spielte sich innerhalb weniger Sekunden ab. Ich sah aus dem rechten Augenwinkel, dass irgendetwas Schwarzes von rechts ungebremst auf uns zukam. Und dann war’s auch schon passiert.

Als meine Mutter aus dem Auto geklettert war, stellte sie sich vor mich und sagte: „Guck mal, ich stehe vor Dir - alles gut!“

Sie war vollkommen bei sich und begriff offenbar noch vor mir, was gerade passiert war.

Erst viel später stellt sich heraus, dass meine Mutter doch mehr "erlitten" hatte, als wir zu diesem Zeitpunkt annahmen. Doch das ist eine andere Geschichte ...


Mütter - wahre Heldinnen!

Mir kam ruckartig in den Sinn, wie sich meine Mutter erst 1 Jahr zuvor vor mich gestellt hatte, als unsere Marla Peppels und ich von zwei freilaufenden Hunden angegriffen wurden - das war ein ziemliches Trauma. Und jetzt das auch noch ... Das Auto war Totalschaden :( Dafür hatten wir hart gearbeitet und es erst vor einem Jahr angeschafft. O.K. - es ist versichert - aber: es tut trotz alledem weh, wenn das Auto dann total demoliert vor den eigenen Augen auf den Abschleppwagen verladen und man es niemals wiedersehen wird. Einfach so! Schwups - weg - Schrott! Da hilft nur folgende Einstellung: es ist „nur“ ein Auto. Ich war – zum Glück! - auch nicht Schuld an dem Unfall. Und meine Mutter und ich sind einem Doppelzimmer mit „Vollpension“ nur knapp entkommen.

Doch so hatte ich mir unseren Urlaub nicht vorgestellt: einen Tag später hätten wir unsere Urlaubsreise angetreten – mit Marla Peppels - die zu diesem Zeitpunkt nicht mit im Auto saß. Ich mochte mir gar nicht vorstellen, was ihr hätte zustoßen können. Natürlich ist sie auf dem Rücksitz mit Schutznetz hundegerecht gesichert und angeschnallt. Aber so ein Zusammenstoß hätte ihren kleinen Körper von gerade mal 5 kg dennoch umhergewimmelt und der Schock, den ein Hund dann auch erstmal verkraften muss, ist ein hartes Stück Arbeit. Eine ähnliche Situation hatten wir ja erst bei dem Angriff der beiden freilaufenden Hunden vor einem Jahr - wir mussten Marla von Grund auf neu aufbauen, was ihr Verhalten anging. Das war eine sehr traurige Zeit - sie war gerade mal 10 Monate jung. Und noch heut hat sie Angst vor großen, fremden Hunden.

Und erst vor wenigen Monaten wurde unser parkendes Auto von einem LkW gerammt und seitlich stark beschädigt. „Fahrerflucht"! Der Unfallverursacher wurde nie ermittelt. Auf dem Schaden sind wir „sitzen“ geblieben. Mit diesem Auto hatten wir scheinbar kein Glück.

Ich fahre seit mehr als 30 Jahren unfallfrei Auto und kann sehr wohl sagen und leider definitiv feststellen, dass im Laufe der letzen Jahre die offensive Fahrweise auf unseren Straßen zugenommen hat.

Nach dem Unfall hieß es: Geduld & Nerven bewahren. Viel Telefoniererei, Schreiberei, Juristerei, ärztl. Untersuchungen usw. … Und: unser Urlaub war dahin. Wir hatten uns schon lange darauf gefreut. Zudem hatte ich eine kleine Foto-Doku durch die Weinberge geplant. Aber vor allem wollten wir am Urlaubsort einen guten Freund besuchen! Das war das Traurige obendrein: denn wir sollten unseren alten Freund niemals wiedersehen - er verstarb nur 3 Monate später plötzlich und unerwartet :-( .


Ein weiterer Trauriger Beigeschmack

Die Schuld des Unfallverursachers wurde am Unfallort zweifelsohne polizeilich festgestellt. Er pöbelte jedoch meine Mutter und mich unmittelbar nach dem Unfall an ... beschimpfte uns wie ein Rüpel – passend zu seiner Fahrweise! Da hockt man am Straßenrand, ringt mit dem Schock ... sieht vor sich ein Verkehrschaos, herumliegende Autoteile und wird vom Unfallverursacher auch noch rotzfrech verbal angegangen! Kein Wort der Entschuldigung. Ich mag jetzt hier gar nicht weiter ins Detail gehen. Die Wut über das Verhalten des Unfallverursachers überwog damals sogar die Erkenntnis, dass wir im Grunde großes Glück im Unglück hatten.

Menschen gibt‘s … einfach unfassbar. Ich bin ganz ehrlich: am liebsten hätte ich ihm eine geklatscht – mitten ins Gesicht!! Aber: warum soll man sich an solch einem Idioten auch noch die Finger schmutzig machen?! So die Worte meiner Mutter. Recht hat sie.

DANKE Mom – Du warst so besonnen an meiner Seite – dabei hätte es Dich schlimmer erwischt als mich! Als die Polizeibeamten am Unfallort eintrafen, kümmerten sie sich vor Ort sehr vorbildlich um alles.

Wir brauchten seinerzeit sogar noch einen weiteren Schutzengel – längerfristig - für meine "kleine" Schwester. Sie erlitt in der Nacht zum 04.09.2019 einen Herzinfarkt und musste notoperiert werden. Die Ereignisse überstürzten sich. Es folgten schlimme Tage und Nächte voller Bangen, doch meine Schwester kämpfte sich zurück ins Leben!

Aufgeben gilt nicht! Gute Herzen werden auf dieser Welt nämlich gebraucht.

DANKE ...

.. an all’ die lieben Menschen, die meiner Schwester seinerzeit zur Seite standen! Und an alle, die das hier lesen:


Erfreut Euch des Lebens - Ihr habt nur dieses Eine!

Deshalb verhaltet Euch auch bitte stets rücksichtvoll gegenüber Euren Mitmenschen.

Seit Dankbar für jeden Tag!

Auch heute noch bin sehr dankbar dafür, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist! An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal ganz herzlich bei einem guten Freund bedanken, der uns sehr geholfen hat, schnell wieder ein Ersatzauto zu finden und uns auch beim Bewältigen des „Papierkrams“ und wichtigen Entscheidungen zur Seite stand! Er hat sich sehr viel Zeit genommen, uns bei all’ dem zu unterstützen. DANKE George … :-)


Im Hier & Jetzt

Das beklemmendes Gefühl an meiner Seite beim Autofahren fährt seitdem stets mit. Ich werde es leider nicht mehr los. Die Freude am Autofahren ist mir seitdem vergangenen.

Meiner Schwester geht es inzwischen wieder viel besser. Darüber sind wir alle sehr, sehr glücklich!

Tja - und dann kam noch Corona! Auch danach gab es erstmal lange Zeit keinen Urlaub. Ebenso auch kein Beisammensein mit der ganzen Familie. In Sachen Fotografie musste ich umdenken, vieles absagen oder neu planen soweit möglich. Wie schlimm das für uns alles war, brauche ich Euch sicherlich nicht näher zu schildern. Corona bedeutet für jeden von uns eine schwierige Zeit voller Entbehrungen.

Und Corona scheint zu bleiben. Wir befinden uns mittlerweile in der 4. Welle.


Wir haben diese Zeit bisher mit allen Höhen & Tiefen gemeistert und mussten erneut lernen, wie wichtig es ist, im Hier & Jetzt zu leben - denn wir wissen nie, was morgen kommt.


Wahner Heide

© Alexografie / Alex We Hillgemann / Co-Autorin Silly Al - 02. September 2021

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