Ein trauriger Tag für Marla :o( - im Juli 2018

Marla verletzt-2018-07-11

Herzschlag


Springst auf Deinen vier Pfoten so voller Frohsinn,

durch Laub, Gehölz und Gras dahin.

Bei Regen, Sonnenschein und Wind,

huschst Du dahin geschwind.

Ein Grashalm kitzelt Dein kleines Näschen,

am Waldrand entdeckst Du ein Häschen.

Bist noch so klein und unerfahren,

kennst sie längst noch nicht, all‘ die Gefahren,

die überall dort draußen lauern,

hinter Tür, Zaun und hohen Mauern.


An jenem Tag läufst Du frohen Mutes,

in Deinem Wesen wohnt nur Gutes.

Willst die Welt weiter erkunden,

drehst mit uns Deine Runden.

Und von einen auf den anderen Tag,

war es fast der letzte – Dein Herzschlag.


Es ging alles so unfassbar schnell,

die Zähne fletschend mit lautem Gebell,

kam er wie aus dem Nichts gerannt,

eh ich die Gefahr erkannt.


So voller Schreck und grellem Schmerz,

stach es mit voller Wucht tief in mein Herz,

als Du jaultest laut und wimmernd,

Dein eigenes Herz, das nur noch flimmert,

als ich Dich schützend in meine Arme riss,

der Angreifer nicht von Dir ließ.

Die Mutter, meine, ein Herz aus Seide,

schlang ihre Arme um uns beide.

So schützte sie Dich und mich,

obwohl die Angst so fürchterlich.


Der Schutz gelang in letzter Sekunde,

das Böse wagte noch eine Runde,

verbiss sich in Dein junges Fell,

mit seinem lautstarken Gebell.

Vier Arme an der Zahl

bewahrten Dich vor weiterer Qual.


Lagst nun am Boden und wimmerste laut,

obwohl der Angreifer längst vergrault.

Ich sah kein Blut

und fasste Mut:

war alles doch noch gut gegangen?

Der Schreck nahm uns zu sehr gefangen,

als dass ich erkannte, was geschehen,

konnte vor Tränen kaum noch sehen.


Die Frau im weißen Kittel,

gab Dir gegen den Schmerz ein Mittel.

Eine Spritze stach in Dich hinein,

Du bist noch so jung und klein.

Kaum vermochte ich hinzusehen,

innerlich begann ich zu flehen,

dass nichts Schlimmeres geschehen sei,

hoffte, das alles geht ganz schnell vorbei.


Doch Deine kleine Seele ist tief verletzt,

fühlst Dich nun ringsherum stets gehetzt.

Jedes Geräusch läßt Dich erschrecken,

in der Nacht willst Du mich mit Knurren wecken,

dann nehme ich Dich in meine Arme ganz fest,

bis die Angst wieder von Dir lässt.

So schläfst Du friedlich wieder ein,

denn Du fühlst, Du bist nicht allein!


Meine Wunden sind bald verheilt,

das bringt die Zeit, die sich nicht eilt.

Es sind nur Kratzer und Blessuren,

sie hinterlassen am Ende nur ein paar Spuren.

Das Erlebte macht die Nacht zum Tag,

die Seele ist die, die sich erholen mag.


Wir danken dem Schutzengel, der uns zur Seite stand,

unsichtbar in seinem gütigen Gewand.

Und die Mutter, welche ist meine,

die so mutig ist, wie keine!

So beschützten wir Dich Seite an Seite,

bis das Böse von Dir eilte.


Hast uns schon viel Freude im Leben geboten.

Bist unser Fellkind - auf vier Pfoten.

Mögest Du Dich ganz bald erholen

und auf Deinen kleinen, leisen Sohlen,

freudig toben, schnuppern und springen,

den Menschen wieder Freude bringen.


Und die Moral von der Geschicht‘:

das Tier ist das Böse nicht.

Es ist der Mensch, der es verfehlte

und sein Wesen derart qäulte.

Denn die Geschicht‘ ist leider wahr:

der Mensch ist der größte Narr,

auf dies Welt viel Unheil richtet

und aus manchem Tier ein Monster züchtet.


Und ich weiß seit jenem grausigen Tag:

Du, auf vier Pfoten … bist mein

Herzschlag.


© A. W. H. - im Juli 2018



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