Island - Juni 2017

Zurück
IslandReykjavikMeer060617

Geschafft - ein langersehnter Traum von Alexografie: eine Reise durch Island - das Land der Vulkane & Trolle … Schon so oft vorgenommen und ebenso oft wurden die Pläne durchkreuzt: sei es durch den seinerzeitigen Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull, der mit seiner riesigen Aschewolke 2010 wochenlang den Luftverkehr von Europa lahmlegte oder andere Wirren des Lebens.

Aber jetzt war es endlich soweit! Alex(ografie) und ihr Lebensbegleiter* betraten am 07.06.2017 endlich isländischen Boden - im Gepäck natürlich ein paar ordentliche Kilo an Kameraausrüstung ;-) Gerade eben hatte ich erst „Codex Regius“ von Arnaldur Indridason zu Ende gelesen. Ein Thriller, der von den mittelalterlichen isländischen Handschriften handelt: Islands bedeutendster Beitrag zur Weltliteratur. 

Es gibt sicherlich nicht (mehr) all’ zu viel, was der Mensch auf und um Island herum noch nicht mit der Kamera eingefangen hat  - incl. einem ordentlichen Schuss Bildbearbeitung. Letzteres habe ich versucht, mir weitgehend zu verkneifen: mir war es wichtig, die Eindrücke so lebendig wie möglich einzufangen - mit allem für und wider. Da durfte auch ruhig zwischendurch mal das Smartphone herhalten ;-)

IslandGeysirStrokkur090617e

Der erste Eindruck: Luft, Luft und nochmal Luft = aaaatmen! Für jemanden wie mich, der alljährlich von Heuschnupfen geplagt sich durch die sogenannte „Kölner Bucht“ schleppt, mehr als nur reine Erholung. Auch die Kondition, täglich ca. 15 km zu Fuß (!) in und um Reykjavik zu marschieren - incl. Kameraausrüstung von mehreren Kilo's - war eine andere, als ich sie hier daheim kenne. Das fiel mir bereits am 2. Tag auf. Hier daheim wäre es für mich im Sommer nahezu unmöglich, in diesem Umfang und bei den oftmals schwülen Temperaturen, sich durch’s Land zu quälen - zu Fuß. Das gelingt mir meist nur in den frühen Morgenstunden an Sonntagen in der Wahner Heide (= im Sommer um ca. 06.00 Uhr!). Doch auf Island hätte ich immer weiter laufen können - von früh bis spät.

Die Zeit auf Island erschien mir unendlich … Das lag vor allem auch daran, dass es nachts hell blieb - ungewohnt - man kommt tatsächlich mit der Zeit durcheinander. Sonnenuntergang um diese Jahreszeit etwa um 23.45 Uhr!

Island ist, wie erwartet, faszinierend: flächenmäßig der zweitgrößte Inselstaat Europas und die größte Vulkaninsel der Erde. Sie befindet sich knapp südlich des nördliches Polarkreises. Ebenso ist Island das am dünnsten besiedeltste Land Europas. 

Doch aller landschaftlicher Faszination zum Trotz: die Preise für Speis’ & Trank uvm.! Hier mal ein paar Beispiele für die astronomischen Preise auf Reykjavik:

Tasse Kaffee = ca. 4,- - 6,- € / Bier (0,3 ltr.) = ca. 9,- € / Pizza = ca. 25,- - 30,- € / ein frisches Brot beim Bäcker = ca. 10,- €

Da stockt einem der Atem, was? Man muss sich schon als Besucher der Insel ordentlich was einfallen lassen, wenn man sein „Taschengeld“ nicht gleich in den ersten Tagen kompl. ausgeben will, nur um zu essen und zu trinken! Achja: Ihr wollt Euch das Rauchen abgewöhnen? Reist nach Island = eine Schachtel Zigaretten rund 12,- € ;-)

Der Flair der Café’s, Szene- und Hafen-Kneipen ist unbestritten etwas Besonderes und erinnert mich auch oft an unsere damalige Reise durch Irland bzw. Dublin: locker & gemütlich … unaufdringlich - der oftmals auch (gewollt!) altmodische Charme, der einen an die guten alten Zeiten bei Oma & Opa erinnert. Man fühlt sich nur selten fremd! Die Bevölkerung vermittelte einem eine gewisse Leichtigkeit, die unsereins (insbesondere im dichtbesiedelten Bundesland NRW!) fehlt. Irgendwie scheinen die Isländer aus einem 24-Stunden-Tag mehr zu machen, als wir hier zu Lande. Das mag zu einem auch an den Trollen und Gnomen liegen, an die eine Vielzahl der Isländer fest glaubt, als auch an den ringsherum aktiven Vulkanen (aktuell: 30 an der Zahl). Die Insel vermittelt einem - ob man will oder nicht  - einen tiefen Respekt vor Mutter Erde! Man kehrt mit Ehrfurcht wieder nach Hause: wie klein sind wir Menschen und was richten wir doch für großen Schaden an!

Wieder daheim angekommen, beschlich mich gleich das Gefühl von Fernweh. Das wurde auch innerhalb der folgenden Tage nicht besser. Wie oft hatte ich schon davon geträumt, fern ab von der Hektik des Alltages, ein zu Hause haben zu können, mitten im Grünen, umringt von Bäumen, an einem See, einem Fluss oder am Meer … Gesundheitlich war es keine Frage: jeden Tag wieder durchatmen zu können, wäre schon der größte Gewinn! Es war auch eine tiefe Sehnsucht, die schon so lange in mir schlummerte und viel, viel zu oft verdrängt wurde. Und das ging nicht nur mir so.  Aber da wir uns nun endlich diesen langersehnten Traum erfüllt hatten, werde ich auch niemals die Hoffnung aufgeben, eines Tages inmitten von Mutter Natur ein zu Hause zu finden und das Gefühl zu haben, auch an einem Ort auf dieser Erde endlich angekommen zu sein. Island hat diese Hoffnung wieder neu entfacht.

Nun denn - verschafft Euch nachfolgend nun einen kleinen Eindruck vom Land der Vulkane, Geysire und Trolle …:


Herz com

* Ich DANKE Dir dafür von ganzem Herzen … und hoffe, ich kann mit diesen bildhaften Momenten, die ich für die Ewigkeit festgehalten habe, dies ein wenig zeigen und … überhaupt 


© Alex We Hillgemann / www.alexografie.de  -  Alle Rechte vorbehalten!