Klick -> Blog 05.09.2019 Schutzengel ...

Schon mal erlebt? Oder sogar: überlebt? Es hilft mir, das Ganze einfach mal hier von der Seele runterzuschreiben ...

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Innerhalb 1 Sekunde – rums – steht (fast) das komplette Leben auf dem Kopf.

So ist‘s mir ergangen am letzten Montag: ein SUV nahm mir an einer Kreuzung die Vorfahrt und wir fuhren frontal ineinander. Meine Mutter saß neben mir auf dem Beifahrersitz. Nach dem Zusammenstoß „krabbelte“ sie links durch die Fahrertüre. Ich realisierte erst viel später, was tatsächlich passiert war. Und: welch großes Glück wir hatten! Offenbar war ein Schutzengel an unserer Seite, welcher einen super Job gemacht hat. Job? Es ist wohl eher seine Berufung – DANKE dafür! Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich für meine Wenigkeit habe nur ein paar kleine „Blessuren“ und humple aktuell noch etwas von A nach B. Der Kopf brummt noch, mein Ohr hat irgendwas abbgekommen, Kreislauf … Alles in allem recht harmlos. Am Schlimmsten ist der Schock. Alles spielt sich in wenigen Sekunden ab. Ich sah aus dem rechten Augenwinkel, dass irgendwas Schwarzes von rechts ungebremst auf uns zukam. Und dann war’s auch schon passiert. Wir schafften es zum Glück, aus dem Auto „auszusteigen". Und als meine Mutter aus dem Auto gekrabbelt war, stellte sie sich vor mich und sagte: „Guck mal, ich stehe vor Dir - alles gut!“ Sie war vollkommen bei sich und realisierte offenbar noch vor mir, was gerade passiert war. Mütter - ware Heldinnen! Mir kam ruckartig in den Sinn, wie sie sich damals vor mich gestellt hatte, als unsere Marla Peppels und ich von zwei Hunden angegriffen wurden - und jetzt das auch noch ...

Das Auto ist ein nahezu ein Totalschaden :( Dafür haben mein Fürimmerlebensweggefährte :) und ich hart gearbeitet und es erst vor 1 Jahr angeschafft. O.K. - dafür gibt es Versicherungen - aber: es tut trotz alledem weh, wenn das Auto dann vor den eigenen Augen auf den Abschleppwagen verladen wird und man es höchstwahrscheinlich niemals wieder sieht. Einfach so! Schwups - und weg :(

Da hilft nur folgende Einstellung: es ist „nur“ ein Auto. Ich bin – zum Glück! - auch nicht Schuld an dem Unfall. Meine Mutter und ich sind einem Doppelzimmer mit „Vollpension“ knapp entkommen. Denn so hatte ich mir unseren Urlaub nicht vorgestellt: einen Tag später hätten wir unsere Urlaubsreise angetreten – mit Marla Peppels, unserer Fellnase – welche – ebenfalls zum Glück! - zu diesem Zeitpunkt nicht mit im Auto war!

Erst vor wenigen Monaten wurde übrigens unser parkendes Auto von einem LkW gerammt und seitlich stark beschädigt.  „Fahrerflucht"! Der Unfallverursacher wurde nie ermittelt. Auf dem Schaden sind wir „sitzen“ geblieben. 

Mit diesem Auto haben wir scheinbar kein Glück. Solche Gedanken steigen in einem auf - unweigerlich. Aber dann kommt noch eine Erkenntnis hinzu: die immer mehr zunehmende Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr, bei dem man fast täglich auf dem Weg zur Arbeit doch von Glück sagen kann, dass man überhaupt unfallfrei sein Ziel erreicht.

Ich fahre seit mehr als 30 Jahren unfallfrei Auto und kann sehr wohl sagen und leider definitiv feststellen, dass im Laufe der letzen Jahre die defensive Fahrweise auf unseren Straßen abgenommen hat!

Wie auch immer. Jetzt heißt es: Geduld & Nerven bewahren. Viel Telefoniererei, Schreiberei, Juristerei, ärztl. Untersuchungen usw. …

Und: unser Urlaub ist dahin und lässt sich auch nicht so kurzfristig von jetzt auf gleich neu planen, denn aktuell kann ich noch keine längeren Autofahrten unternehmen und zudem ist das auch aus beruflichen Gründen gar nicht möglich. Derzeit kann ich mir auch noch gar nicht vorstellen, mich überhaupt wieder in ein Auto zu setzen. Aber das kriege ich schon irgendwie hin - muss ich ja, früher oder später.
Auf den Urlaub – mit unserer Fellnase – hatten wir uns schon lange gefreut. Hätten wir verdient gehabt! Zudem hatte ich eine kleine Foto-Doku durch die Weinberge geplant. Und: wir wollten am Urlaubsort einen guten Freund besuchen! Hat nicht sollen sein.

Dieser Ärger wird zudem von einem absolut unverständlichem Verhalten ziemlich „gepusht“: dem des Unfallverursachers. Seine Schuld wurde am Unfallort zweifelsohne polizeilich festgestellt und dokumentiert. Er pöbelte jedoch meine Mutter und mich unmittelbar nach dem Unfall an ... beschimpfte uns wie ein Rüpel – passend zu seiner Fahrweise!
Da hockt man am Straßenrand .. ringt mit dem Schock .. sieht vor sich ein Verkehrschaos und wird vom Unfallverursacher auch noch rotzfrech verbal angegangen! Kein Wort der Entschuldigung.

Ich mag jetzt hier gar nicht weiter ins Detail gehen. Ich weiß aktuell noch nicht, was überwiegt: die Erkenntnis über das Glück im Unglück oder die Wut über das Verhalten des Unfallverursachers. Er sollte froh sein, dass kein größerer Personenschaden entstanden ist! 
Menschen gibt‘s … einfach unfassbar. Ich bin ganz ehrlich: fast hätte ich ihm eine geklatscht – mitten ins Gesicht!! Aber: warum soll man sich an solch einem Idioten auch noch die Finger schmutzig machen?! So die Worte meiner Mutter. Recht hat sie. 
DANKE Mom – Du warst so besonnen an meiner Seite – dabei hätte es Dich fast schlimmer erwischt als mich! 
Ebenso auch ein ganz besonderer Dank an die sehr hilfesbereiten Polizeibeamten, die sich vor Ort vorbildlich um alles gekümmert haben
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Nun brauchen wir aber noch einen Schutzengel – längerfristig - für meine Schwester! Sie liegt aktuell noch im Krankenhaus. Not-OP noch in derselben Nacht. Sie hat mir am Tag nach dem Unfall noch zur Seite gestanden. Aber die Aufregung … war wohl zuviel. Meine Schwester mit dem guten Herzen – es hätte fast aufgehört zu schlagen.

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Aufgeben gilt nicht! 

Gute Herzen werden auf dieser Welt gebraucht – mehr denn je. Also, liebe Schutzengel, macht Euren „Job“ bitte weiter – ich weiß wer Ihr seid! Genau, Ihr seid nämlich mehrere*! Was für ein großes Glück! Wenn ich Euch auch lieber weiter hier „unten“ bei uns gehabt hätte. Aber jemand war wohl der Meinung, dass Ihr von da oben besser auf uns aufpassen könnt.
Was für ein Trost … in solch einer Zeit.

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Danke für Euer Dasein. Wo auch immer das ist. Unsichtbar, damit Euch hier „unten“ niemand mehr die Flügel brechen kann!

Das habe ich jetzt endlich verstanden.

DANKE auch an all’ die lieben Menschen, die meiner Schwester derzeit zur Seite stehen!!! Hey Sis’ers ;-) - Ihr seid halt einfach großartig!

Und an alle, die das hier lesen: Erfreut Euch des Lebens - Ihr habt nur dieses Eine! Deshalb verhaltet Euch auch stets rücksichtvoll gegenüber Euren Mitmenschen - bitte ...

*(Die Namen werden hier nicht verraten. Aus Datenschutzgründen! ;-) - Humor ist, wenn man trotzdem lacht.)

NACHTRAG - 18. Sept. 2019:

Nun sind es mehr als zwei Wochen her, seit dem Autounfall. Jede Menge „Papierkram“ und viele, viele Telefonate … Geduld & Nerven waren bisher erforderlich - das bringt solch ein Unfall leider mit sich. Aber: ich bin immer noch sehr dankbar dafür, dass meiner Mutter und mir nichts Schlimmeres passiert ist! Alles Weitere wird sich finden … An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei einem guten Freund bedanken, der uns sehr geholften hat, schnell wieder ein Ersatzauto zu finden und uns auch beim Bewältigen des „Papierkrams“ und wichtigen Entscheidungen zur Seite stand!! Er hat sich sehr viel Zeit genommen, uns bei all’ dem zu unterstützen. DANKE George … :-)
In der Zwischenzeit bin ich auch wieder Auto gefahren, wenn auch noch ein beklemmendes Gefühl mitfährt :-/ Das wird sich hoffentlich mit der Zeit legen. Und: meiner Schwester geht es auch schon besser - sie beginnt bald ihre Reha und ich wünsche mir, dass sie wieder richtig gesund wird!

© Alex We Hillgemann / www.alexografie.de  -  Alle Rechte vorbehalten!