Blog / Aktuelles

Blog - 23.10.2016 Wahner Heide

Am heutigen frühen Morgen „versprachen“ die allgemein üblichen Wetter-Apps: Nebel & Sonne! Mitnichten. Bereits um 07.40 Uhr stand ich da (zu diesem Zeitpunkt war es fast noch stockdunkel) mit Kamera in der Hand, den Blick sehnsichtig auf den Horrizont gerichtet. Aber es blieb diesig und trüb. Nun denn: dann eben auf zu einem kleinen Spaziergang in frischer Waldluft!

Und: die Sonne sollte man auch stets im Herzen tragen :-)


Blog - 16.10.2016 Wahner Heide im Nebel

An diesem Sonntagmorgen war alles perfekt. Sonnenaufgang im Frühnebel in der Wahner Heide. So schön, dass man es mit Worten kaum beschreiben kann ... 


Der Herbst in seiner vollen Pracht, 

als er im Frühnebel erwacht.

Inmitten der Wahner Heide,

die in ihrem gold'nem Kleide,

umgeben von Licht und Schatten,

von Farben, so satten,

die Sinne färbt und lenkt,

der Mensch sieht und denkt:

„Was tu’ ich ihr an, der Mutter Erde,

ob ich je begreifen werde,

hier bin ich nur Gast für kurze Zeit

und füg’ ihr zu doch soviel Leid!"


© Alex We Hillgemann - Okt. 2016


Weitere Fotos der Wahner Heide sind hier zu sehen ...


Blog - 14.10.2016 Klaus der Geiger ...

… und Marius Peters im Heidekönig Troisdorf - "Astor Piazolla“

Unser „Asphalt-Paganini“ „Klaus der Geiger“, der wohl bekannteste Straßenmusiker und Liedermacher Deutschlands, mit Marius Peters an der Gitarre:

Ein wundervoller Abend im Heidekönig Troisdorf, an dem man den beiden Virtuosen nachdenklich, aber stets gut gelaunt in urig-muckeliger :-) Atmosphäre lauschte. Von leckerem Flammkuchen bis hin zu hausgemachtem Nudelsalat - gereicht zu Rotwein oder einem kühlen Bier - und: stets freundliches Personal. Man fühlte sich wohl im Heidekönig.

Neben Stücken von Astor Piazzolla (Begründer des Tango Nuevo), welche die beiden Musiker mit Elementen der Klassik und des Jazz vermischten, musizierte "Klaus der Geiger" wieder mit voller Inbrunst gegen das Unrecht der Welt.

Und auch die aktuelle politische Situation in unserem Land ließ "Klaus der Geiger" ganz gewiss nicht rechts liegen. Mit dem Song „Hallo, hallo Pegidamann“ brachte er es auf den Punkt:


MariusPetersHeidkoenig141016bKlausderGeigerHeidekoenig141016b

„… Wir mussten flieh’n vor euren Waffen,

vor Heckler-Koch und Lepoard

und uns’re Bauern müssen passen

vor eurem Landwirtschafts-Export.

Und das ist Krieg! Ihr seid dabei!

Und eure Angst, das ist,

dass ihr es nur nicht wahr ham wollt,

obwohl ihr’s alle wisst! …"


Neben politischen Denkanstößen stimmten auch sehr persönliche Stücke, wie  z.B. „Nora Helene“, dass er seiner zweieinhalbjährigen Enkelin gewidmet hat, das Publikum auf rührende Weise nachdenklich ...

Marius Peters, ein Kölner Gitarrist, der nach 13 Jahren klassischer Ausbildung und zahlreichen 1. Preisen bei nationalen & internationalen Gitarrenwettbewerben seinen Schwerpunkt auf den Bereich der Klassik und Jazz legte, nahm uns mit dem Stück „The Hills of Scotland“ auf eine kleine Reise durch Schottland.

Wir waren froh, dass wir es gerade noch pünktlich zu Konzertbeginn geschafft hatten. Denn unser Job hätte uns fast wieder einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum Glück, hatten wir rechtzeitig reserviert! Denn mit ca. 60 Gästen war die Veranstaltung ausverkauft. Und gerade wegen des Zeitdrucks schaffte "Klaus der Geiger" es erneut, dass uns wieder einmal klar wurde: Zeit kann man nicht kaufen - sie ist ein einmaliges Geschenk. Die ganze Last des beruflichen Alltags fiel von uns ab und wir bereuten keine Minute, just hier & und jetzt an diesem Ort zu sein und, dass alle Verpflichtungen einmal in unseren Köpfen verbannt wurden. Wenn man den Texten von "Klaus der Geiger" lauschte, besann man sich auf das Wesentliche:

 „Leben ist nicht haben, sondern sein!"

In der Pause genossen wir draußen in der wunderschönen Natur, direkt an der Wahner Heide gelegen, in herbstlicher Stimmung unter Bäumen einen heißen Glühwein und freuten uns, dass wir dabei sein konnten.

Dem laut applaudierendem Publikum folgten drei Zugaben nach Ende des Konzertes. 

Und zu meiner Freude darf ich nun die CD „Pidadolla“ - Klaus der Geiger & Marius Peters (live) - handsigniert :-) - mein Eigen nennen. Krönt sie doch nun die Erinnerung an diesen wunderschönen Abend nach einem anstrengenden Tag.

Aufgrund seiner 76 Lenzen Lebenserfahrung, gespiekt mit provokanter Ehrlichkeit, kann ich wieder einmal nur sagen: 


Chapeau … Klaus!

KlausderGeigerHeidekoenig141016

Blog - 12.10.2016 Junge Fotoreporter gesucht

csm Postkarte Begegnungen f3ec164700


Junge Fotoreporter gesucht


Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 18. Oktober 2016

Foto: evaju.de

Begegnungsgeschichten zwischen Geflüchteten und ihren Helfern aufspüren. Sie mit Texten, Fotos und auf Instagram dokumentieren. Daraus eine Fotoreportage machen und diese im Rahmen einer Ausstellung präsentieren. Das sind die Ziele des neuen Projektes „Dein Text. Dein Foto. Ihre Geschichte“. Mitmachen können junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren, die unter professioneller Anleitung ihre Fotoreportage erstellen. Sie können sich noch bis zum 18. Oktober 2016 bewerben beim Evangelischen Jugendreferat der Kirchenkreise An Sieg und Rhein und Bonn. Die Teilnahme ist kostenlos.

Hintergrundwissen zum Thema Flucht

Wer beim Projekt „Dein Text. Dein Foto. Ihre Geschichte“ mitmacht, lernt in zwei Workshops Grundlagen des journalistischen Schreibens und Fotografierens und erfährt, worauf man auf Instagram achten muss. Dazu gibt es Hintergrundwissen zum Thema Flucht. Anschließend  geht es in Zweiergruppen raus zum Ortstermin mit jungen Flüchtlingen und ihren ehrenamtlichen Unterstützern. Die Workshops finden am 22./23. und 29. Oktober 2016 jeweils von 10 bis 17 Uhr statt im Evangelischen Jugendreferat in Siegburg, Dammstraße 70 – 80. Die Fototermine werden individuell vereinbart.

Zu dem Projekt lädt das Evangelische Jugendreferat zusammen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung An Sieg und Rhein sowie der Diakonie-Freiwilligen-Agentur ein. Alexandra Bosberg (Fotografin), Carlotta Eisele (Medienwissenschaftlerin) und Anne Jacob, die bei der Kindernothilfe den Instagram-Kanal betreut, konnten als Referentinnen gewonnen werden. 

Kontakt: Sofia Renner - Tel. 02241–2560110 oder per E-Mail: renner@ekasur.de


Infos/Quelle: www.evangelische-erwachsenenbildung.de  sowie  EXTRA BLATT Ausgabe 12.Oktober 2016

Blog - 09.10.2016 Wahner Heide im Morgennebel

Von Schutzengeln und kleinen Botschaften ...

Sonntag. Nach knapp 3 Wochen endlich wieder ab in die Wahner Heide. Der Wecker klingelte um 06.30 Uhr und erst konnte ich mich nicht so recht entscheiden. Aber ich lag bereits länger wach und spürte, dass ich nicht mehr einschlafen konnte. Also: raus aus den Federn! So begann mein Tag.

WahnerHeideBaeume091016

Der Himmel dort war zu Anfang noch recht dunkel und wolkenverhangen. Doch es war nicht zu übersehen, dass nach und nach die Sonne die Wolkendecke durchbrechen würde.

In der Ferne röhrten unaufhörlich die Hirsche - Brunftzeit! Es hatte etwas Unheimliches an sich. Teils waren sie so laut, dass man dachte, sie würden jeden Moment aus dem Gebüsch heraus springen und einen umrennnen. Aber das täuschte, denn sie waren in sicherer Entfernung.

Nach ca. einer Stunde hatte sich die Sonne durchgerungen und Wolken samt Nebelschwaden verdrängt. Ich freute mich zu Hause auf ein Frühstück (wie immer sonntags mit frischen Brötchen aus der Bäckerei Schlich in Troisdorf :-) und anschließend auf die Fotos …

Doch dann kam es anders … Eine mehr oder weniger unangehme Nachricht zwang mich dazu, mich erneut ins Auto zu setzen. Ich fuhr los - leider viel zu schnell. Ich wurde mir dessen bewusst, als ich den nächsten Geldautomaten ansteuerte, um dort kurz Halt zu machen. Nicht gut … gar nicht gut. Wut und Verzweiflung sollten beim Autofahren niemals mitfahren! Ich hielt mit quietschenden Reifen, kam wenige Minuten später zurück und sah dort eine ältere Dame stehen, die sich verunsichert umschaute. Und im selben Moment sprach sie mich an und erzählte mir, dass sie den Buss verpasst hatte und dringend in den nächsten Ort musste. Sie bat mich um Hilfe und ich entschied kurze Hand: „Steigen Sie ein, ich fahre Sie. Die Zeit nehme ich mir jetzt!“ Sie nahm mein Angebot dankbar an und stieg in mein Auto. Als ich den Zündschlüssel herumdrehte, dröhnte es laut aus den Lautsprechern: „NENA“ und (Die ganze Welt dreht sich im) „Kreis“. Uuups ;-) schnell drehte ich die Lautstärke runter und fuhr gemütlich los. Sie beschrieb mir den Weg und kurze Zeit später hatten wir ihr Ziel erreicht: Troisdorf-Sieglar. Sie bedankte sich und zupfte bereits an ihrer Handtasche herum, aber ich gab ihr gleich zu verstehen, dass das nicht in Frage kam und meinte zu ihr: „Wissen Sie, ich war bis vorhin noch sehr wütend auf jemanden, den ich jetzt dringend aufsuchen muss. Sie haben mich jetzt ein wenig gebremst, das sollte wohl so sein.“ Ich freute mich, dass ich dieser älteren Dame eine Freude bereiten konnte, indem ich sie pünktlich und sicher an ihr Ziel gebracht hatte. Jede Begegnung hat ihren Sinn und diese sollte kein Zufall sein. Wer weiß, wenn ich weiter so auf’s Gaspedal getreten hätte, was passiert wäre …

Und außerdem: in Troisdorf hält man zusammen :-) !

BlattFensterscheibeCorolla091016

Nun denn. Nach einem klärenden Gespräch in einer dringenden Familienangelegenheit trat ich einige Stunden später den Rückweg an und dachte an eine alte Freundin, die leider nicht mehr unter uns weilt. In Gedanken sprach ich zu ihr: „Ach, Dich hätte ich heute an meiner Seite gebraucht. Deine Ratschläge fehlen mir so sehr…“. Ich stand an der Ampelkreuzung und auf einmal fiel ein großes Ahornblatt auf meine Windschutzscheibe und bleib dort liegen. Ich kramte mein Handy neben mir aus der Tasche hervor und machte  ein Foto, kurz bevor die Ampel auf grün umschlug. Ich sammle schließlich Momente und keine Dinge - meistens jedenfalls. Und dies war ein solcher Moment.

Meine alte Freundin - Regine - die fast wie eine Mutter für mich war,  hatte mir einen Schutzengel geschickt und später diese kleine Botschaft. Das Ahornblatt begleitete mich für eine kurze Zeit auf meiner kleinen Reise und ich hatte wieder dazugelernt. Denn ich wusste jetzt: ich hatte alles richtig gemacht und sie war die ganze Zeit bei mir gewesen.

Langsam fuhr ich wieder nach Hause … und kümmerte mich um die Fotos aus der wunderschönen Wahner Heide.

P.S.:

An meinen Wegbegleiter am frühen Morgen durch die Wahner Heide: 

In jeder Minute, in der Du wütend bist, verlierst Du 60 Sekunden Fröhlichkeit.

Und wenn jeder Mensch auf der Welt nur einen einzigen anderen Menschen glücklich macht, wäre die ganze Welt glücklich!

© Alex We Hillgemann / www.alexografie.de  -  Alle Rechte vorbehalten!