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Blog - 27.04.2016 - Zeit ...

Was macht „Waldgänger“ am Liebsten, wenn er nicht musiziert?  

„Dieser Film kann inspirieren, sich Zeit zu nehmen. Genau das zu tun, was einem gut tut. Tut es einfach.“ - Jens der Musikus im April 2016

Diese Zeilen erreichten mich Anfang der Woche per E-Mail, abgeschickt vom „Waldgänger". Zeit ist ein wichtiges Gut! Wir haben sie - alle gleich viel - nämlich jeden Tag 24 Stunden. Und doch lassen wir sie oftmals einfach so davon ziehen. Oder doch nicht so einfach? Denn Eines wissen wir nicht: wann sie endet - unsere Zeit hier auf Erden. Sie ist schnelllebig geworden und hektisch - unsere Zeit. Man hat das Gefühl, als laufe sie einem davon.

Um so schöner, dass „Waldgänger“ uns hier ein wenig an seiner Zeit teilhaben lässt. Seht selbst:


Infos zum „Waldgänger“ sind hier zu finden ...

Blog - 24.04.2016 Gaumenschmaus

Applaus für diesen Gaumenschmaus …

Schon toll, wenn man eine Woche nach dem eigentlichen Geburstag noch ein Einladung zum Essen geschenkt bekommt. Denn genau das hatte ich mir gewünscht: ein Essen im „Elements Of Taste“ in Troisdorf :-) (direkt gegenüber dem Rathaus)!

Wer mich kennt, der weiß, dass ich nur sehr selten Fleisch esse und auch einige Jahre konsequent vegetarisch gelebt habe. Aber ich wollte unbedingt mal ein argentinisches „Black Angus“ Steak kosten - gesagt, getan - am gestrigen Samstag-Abend:

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Morgens hatte ich mir ein klassisches 80er-Jahre Frühstück zubereitet = ein Brot mit „Eszet-Schnitten“ ;-) Den weiteren Tag über versuchte ich, meinen Hunger zu verdrängen, denn ich wollte ja mind. ein 220 g Steak verputzen. 

Am frühen Abend fing ich dann an, mich selbst auch ein wenig „herauszuputzen“ und das glich fast einer Folge von „Shopping Queen“. Ich - und herausputzen! Naja - manchmal muss es eben sein und in diesem Fall, zwang mich ja niemand, sondern ich wollte es so! Also landeten meine beiden Füße um 18.30 Uhr in ein Paar High Heels mit 9 cm Absatz - ufz!

Mit dieser Art von Schuhwerk Autofahren? Das ließ ich besser. Dafür hatte ich ja meinen männlichen Begleiter :-) und dieser fand zum Glück auch einen Parkplatz direkt in der Nähe des „Elements Of Taste“.

Unser Tisch war für 19.00 Uhr reserviert und zu diesem Zeitpunkt noch besetzt. Macht nichts - wir hatten Zeit! Welch schöner Satz, nicht wahr? Zeit zu haben … Nachdem ich letzten Sonntag gearbeitet hatte (04.30 Uhr klingelte der Wecker, 21.30 Uhr wieder zu Hause ...), hatte ich mir Zeit an diesem Wochenende redlich verdient! Man bot uns also derweil einen Platz an der „Café-Lounge“ an und wir starteten den Abend gemütlich mit einem Glas Sherry. Nur 10 Minuten später wurde unser Tisch Nr. 17 frei und ausgestattet mit vier Speisekarten (für jeden zwei) nahmen wir dort Platz. Ringsherum war alles gut besucht und wir hatten den direkten Blick auf die offene „Küche“, wo emsig gebrutzelt wurde. Jeder Handgriff dort schien perfekt zu sitzen - Teamwork.

Dann kam eine freundliche junge Dame und schenkte uns ein sehr sympathisches Lächeln: Anh Thu (ich hoffe, ich habe ihren Namen hier richtig geschrieben!?) war ihr Name (dazu später mehr …!). Sie nahm all’ unsere Wünsche an diesem Abend entgegen. Und das war unsere Auswahl:

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  • je 220 g Black Angus Steak mit Kräuterbutter
  • dazu: Sweet Potato Fries mit Aprikosenmayonnaise,  Grillgemüse, Folienkartoffel mit Sauerrahm
  • und: spanischer Rotwein (den wir vorher auch kosten durften!*)
  • … Wasser, Pils, Espresso ;-)

Als Vorspeise erhielten wir reichlich geröstetes Weißbrot mit Olivenöl und Kräutersalz. Auch das war absolut lecker!

* Danke an dieser Stelle auch an die nette Kollegin von Anh Thu!


Das Steak war ein Traum! Die Sweet Patato Fries aß ich zum Erstenmal - ebenso Aprikosenmayonnaise - ein echter Gaumenschmauß. Die Portionen waren völlig ausreichend und obwohl ich schon nach 2/3 Steak und der Hälfte der Beilagen satt war, aß ich alles brav auf - weil es absolut köstlich war!


Anh Thu kümmerte sich vorzüglich um uns und las uns quasi jeden Wunsch von den Lippen ab. Ihre Wurzeln aus dem Land des Lächelns (Vietnam) waren unverkennbar und ihre freundliche, natürliche Art verzauberte uns den ganzen Abend lang im „Elements Of Taste“ . Währenddessen erzählte sie uns auch ein wenig über sich und ihre Pläne - ohne dabei die anderen Gäste aus den Augen zu verlieren. Ganz lieben Dank an dieser Stelle an Anh Thu - und wir wünschen ihr noch viel Glück auf ihrem beruflichen und privaten Weg …!

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Wir waren rundum zufrieden und hatten einen tollen, kulinarischen Abend. Ein großes Lob an den Küchenchef und sein Team!

Achja: absolut faire Preise - muss ich an dieser Stelle auch mal erwähnen.

So ein toller Abend entschädigt für Vieles. In den letzten Monaten war Freizeit ein knappes Gut und viele Verpflichtungen füllten unseren Alltag. Und: man weiß nie, was morgen sein wird ...


Noch vor zwei Wochen brachte ich wieder Lebensmittelspenden zur Troisdorfer Tafel. Wie froh kann ich also sein, an solch einem toll gedeckten Tisch sitzen zu dürfen, wie an diesem Abend - Danke auch dafür an meinen mir angetrauten Wegbegleiter :-) !

Aber der Abend war ja längst noch nicht zu Ende. Und so bot sich ein Verdauungspaziergang an. Ääähm, in High Heels … wohlgemerkt. Die Kölner Straße runter bis zum Fischer Platz und wieder zurück zum Parkplatz. Mädels, das muss mir erstmal jemand nachmachen ;-) Ich habe keine Blasen an den Füßen und umgeknickt bin ich auch nicht (die innerlichen Qualen während des „Laufens“ verbarg ich jedoch eisern - ca. 9 cm größer zu sein hat man ja auch nicht alle Tage - bei meiner ansonsten 1,59 m Körpergröße!).

Ganz sicher war das nicht unser letzter Besuch im "Elements of Taste“ in Troisdorf. Personal, Essen - alles war perfekt und ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

Das riecht nach Werbung? Na, und wenn schon!? Liebe Leute von heute … es wird soviel gemeckert und gejammert derzeit … die Medien sind voll davon - da darf man auch mal auf die schönen Dinge des Lebens aufmerksam machen. Noch dazu, wenn Qualität & Service 100 % stimmen. Und so ein Blog** ist nicht nur zum „Meckern“ da, sondern auch zum Loben! Und ich finde: das Elements of Taste ist eine echte (kulinarische) Bereicherung für Troisdorf. Noch dazu zentral gelegen und mit genügend Parkmöglichkeiten.


** Ein Blog dient dem Austausch von Informationen, Gedanken, Erfahrungen, Ereignissen … der Kommunikation ...

Blog - 12.04.2016

Ein Tag mit außergewöhnlichen Momenten …

Es war ein Spätnachmittag zum Wochenstart am Rotter See in Troisdorf - verbunden mit einem Spaziergang in der Abendsonne und einzigartigen Begegnungen ...

Dieser Tag war nicht besonders, weil ich Geburstag :-) hatte - nein. Es waren die Begegnungen und vielen schönen Momente, welche diesen Tag so besonders machten! Begonnen hatte er mit einem kleinen Frühstück, einem gemütlichen Stadtbummel und ein Mittagessen beim Italiener („Il Trio“ in Troisdorf - mmmmmh lecker ;-). Ich lebte einfach in den Tag hinein. Und solche Tage waren für mich sehr selten. 

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Am späten Nachmittag sagte mein mir angetrauter Weggefährte :) "Los, pack Deine Kameratasche - wir fahren zum Rotter See!“ Gesagt, getan. So freute ich mich spontan darauf, ein wenig von der wunderschönen Abenstimmung dort „einzufangen“ zu können. 

Kaum waren wir am Ufer angekommen, sah ich schon das Schwanenmännchen und seine brütende Schwanengattin. Zuletzt hatte ich die beiden vor ca. 2 Wochen gesehen und offenbar ging es den werdenden Eltern gut. Einfach wunderschön, die beiden zu beobachten. So herrlich friedlich konnte die Welt sein! (Weitere Fotos der Schwäne sind hier zu sehen!)

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Und während ich diesem Gedanken so weiter nachging … hörte ich: Gitarrenklänge! Wer mich kennt weiß, dort wo (Live-)Musik ist, bin ich kaum zu halten. Und das war live und kam nicht etwa von einer CD oder ähnlichem - das erkannten meine geschulten Ohren sofort ;o) Viele Jahre lang war die Konzertfotografie mein Steckenpferd gewesen. Und dann entdeckte ich ihn:

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Marco R.  aus Sankt Augustin: „Nothing Else Matters“ (Metallica) erklang und begeisterte den ein oder anderen Spaziergänger - und mich! Und wenige Minuten erhielt ich ein kleines Geburtstagsständ’chen :-) >> Danke Marco!!!

Was geschah dann? Dies hier:

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„Mohamed“ - ein syrischer Flüchtling schenkte mir ein kleines Blumensträußchen ;-) - Gänseblümchen, die er am Wegesrand für mich gepflückt hatte. Ich war just in diesem Moment einfach nur sprachlos (und zudem stehe ich ja bekanntlich nicht so gerne vor der Kamera)! Eine friedliche Welt - hier - jetzt - an diesem Ort. 

Mohamed war ein ehemaliger Geschäftsmann, der in Syrien lebte und mit seiner Familie nach Deutschland floh, als man sein Grundstück und Haus - und ebenso seinen Fuhrpark - zerbombt … zerstört hatte. Er zeigte mir auf seinem Handy die Fotos: vorher - nachher. Ich kann gar nicht sagen, wie ergriffen ich war. Hatte ich doch die letzten Monate all’ die vielen Bilder und Berichte in den Medien gesehen, gehört, gelesen … 

Ich sah ein Foto des Schlafzimmers der Familie - in Schutt und Asche. Er erzählte mir, dass zwar sein Haus „kaputt ist“, aber seine Familie sei wohl auf. Das sei das Allerwichtigste! Er will hier neu anfangen: weiter Deutsch lernen, Arbeit finden und für ein neues Haus sorgen. Im Dezember 2015 kam er mit seiner Familie hierher und lebt seitdem in der Flüchtlingsunterkunft in Troisdorf-Sieglar. Die ersten Flüchtlinge trafen dort seinerzeit bereits im Juli 2015 (s. mein Blog v. 26.07.2015) ein. Sprachkurse, nötige Anträge … alles verläuft nur sehr schleppend und „viel Geduld“ sei nötig. Mohamed zeigte mir noch viele weitere Bilder … von seinem zerstörten Wohnort in Syrien, wo er mit seiner Familie ein gutes und modernes Leben geführt hatte. Und ebenso erzählte er mir noch das ein oder andere (auf Rücksicht auf seine Person und seine Familie möchte ich hier jedoch nicht weiter darüber berichten), was mich wieder einmal sehr, sehr nachdenklich machte ...

An dieser Stelle möchte ich jedoch deutlich machen:

Alle Berichte in den Medien und alle Ängste und Vorbehalten, die dadurch in unserem Land derzeit entstehen und entstanden sind, sind nicht vergleichbar mit denen, wenn man einem Flüchtling aus einem Kriegsgebiet (!) persönlich begegnet. 

Desweiteren ich dort noch auf Ron, der sich seit geraumer Zeit ehrenamtlich u.a. für Mohamed und seine Familie einsetzt und sich um das ein oder andere Anliegen kümmert.  Chapeau! … wie auch allen andern Flüchtlingshelfern hier und überall auf der Welt!

Hass und Hetze sind fehl am Platz!

Angst und Panikmache hilft niemandem.

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Die Gänseblümchen zierten übrigens später meine Kameratasche - Danke, „Mohamed“! :)

Dann setzten wir unseren Weg weiter fort ... in Gedanken versunken und die nächste Begegnung stand an: 

eine Wildgans - offensichtlich beim Abendbrot ;-)


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Weitere Fotos sind hier zu sehen …!


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Auf dem Spazierweg trafen wir noch auf einige weitere Menschen und Begleiter ;-) …, welche die Abendstimmung am Rotter See offenbar sehr genossen und die Ruhe dort auf sich wirken ließen.


Troisdorfer, Sankt Augustiner, Syrer , Schwäne, Wildgänse … alle an einem Ort friedlich vereint.

Ach ja: das hätte ich beinahe vergessen! Hier wahrscheinlich der größte „Maulwurfhügel“ von Troisdorf ;-)

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Blog - Newsletter April 2016

Und hier der Newsletter April 2016


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(Auszug …)


Blog - 06.04.2016

(N)Immer da ...

Heute habe ich beschlossen: ich widme einen Tag den Menschen, die sich selbst nicht (mehr) helfen können bzw. hilfsbedürftig sind. Und das: ohne Kamera! Einzig und alleine meine persönlichen Eindrücke sind es, die ich zur Erinnerung mitnehme … Erinnerungen, die mir hoffentlich niemals genommen werden.

Wie begann der Tag? Ganz einfach: mit einem Frühstück. Niemand muss mir dabei helfen oder mich gar „füttern". Ich kann alles selbst aus dem Kühlschrank nehmen, den Tisch decken, mir meine Brote schmieren. Aber: das kann sich von einer Minute zur anderen sehr schnell ändern. Das ist hoffentlich jedem bewusst. Falls nicht, dann sollte er einmal einen alten, kranken Menschen z.B. in einer Pflegeeinrichtung besuchen. Und genau das tat ich heute Vormittag (wenn auch nicht zum Erstenmal in meinem Leben).

Die alte Dame, die ich besuchte, kenne ich nun schon ca. 20 Jahre. Dann wurde sie herzkrank und eine stark voranschreitende Demenz setzte ein. Bis die Einweisung in eine Pflegeeinrichtung unumgänglich war. Sie hat das Glück im Unglück - so will ich es mal ausdrücken - ganz in unmittelbarer Nähe ihres ehemaligen Wohnortes einen Pflegeplatz zu bekommen u.z. dem Haus Elisabeth in Troisdorf. Mein erster Eindruck, als ich mich dort anmeldete, war recht positiv. Alles war freundlich, wohnlich und sehr ordentlich eingerichtet. Der Speiseraum, in dem sich zu dem Zeitpunkt die alte Dame aufhielt, war direkt in der Küche integriert sowie auch ein Aufenthaltsraum - wie eine große Wohngemeinschaft. Das sollte es wohl auch sein. Das Pflegepersonal war freundlich und der Pfleger, der sich um die besagte alte Dame kümmerte, hatte immer einen netten Scherz auf den Lippen. Ich blieb bei bei ihr bis zum Mittagessen und half ihr ein wenig dabei. Ein „Kleiderschutz“ (= ein größerer Schlabberlatz) wurde ihr umgehangen. Das gefiel ihr nicht und ihr Gemütszustand schwankte ständig zwischen „Ich weiß, was los ist und ich gehöre hier nicht hin …! “ und „Wer bist Du  … wo bin ich!?“ hin und her - um es kurz auszudrücken. Aber: die Begrüßung, als ich den Speiseraum betrat, entschädigte (mich) für alles, was danach kam: „Ach, meine schöne Kleine!“ Ja, klein bin ich ;-) Dann weinte sie und hielt meine Hand fest. Just in diesen winzigen Augenblicken hatte sie mich erkannt und ich musste selbst die Tränen zurückhalten. Wenige Minuten später war bereits fast alles wieder verflogen und ihre Erinnerungen machten in Sekundenschnelle Sprünge von Jahrzehnten. Ich schenkte ihr ein paar selbst gemachte Postkarten mit Motiven aus ihrer einstigen Wohngegend. Sie gehört zu den wenigen Menschen, die mich ständig zum Fotografieren motivert haben. Dafür bin ich ihr auf ewig dankbar! Und … die vielen, vielen langen Gespräche über Jahre hinweg. Sie hatte immer ein Ohr für mich und hielt in schweren Zeiten stets zu mir. Auch ihren selbstgemachten Kartoffelsalat werde ich sehr vermissen und noch so vieles mehr.

Nach ca. einer Stunde gab sie mir zu verstehen, dass sie Durst hatte. Ich schenkte ihr ein halbes Glas Wasser ein. Dann bat sie mich um ein Papiertaschentuch. Als wäre es Normalste von der Welt. Ist es ja auch, oder? Ich gab dem Pfleger Bescheid, dass sie zur Toilette musste. Ich verabschiedete mich von ihr, drückte sie … und dann: „Nimmst Du mich mit!?“ bitterlich weinend. Ich konnte nur sagen: „Ich bin nicht weit weg und Du bist hier sehr gut aufgehoben. Bald kommen Deine Kinder Dich wieder besuchen und sie kümmern sich um alles ganz toll. Bitte mach’ Dir keinen Sorgen. Und: ich denke immer an Dich … Du warst mir ja schließlich immer eine wichtiger Ratgeberin - fast 20 Jahre lang.“ … dann ging ich.

Ich kann sagen: aus Erfahrung war ich vorbereitet auf solch einen Moment. Doch es haut selbst mir dennoch den Boden unter den Füßen weg, wenn man vor sich einen Menschen sieht, der im Leben hart gearbeitet und viele Kinder groß gezogen hat (auch das einfach nur kurz auf den Punkt gebracht). Wenn dieser Mensch dann nicht mehr weiß, wer er selbst ist und wer dessen Gegenüber ist. Wenn er nicht mehr weiß, in welchem Jahrzehnt er sich befindet und Vergangenheit mit Gegenwart verwechselt. Wenn die einfachsten Dinge des Alltages „fremde“ Menschen übernehmen müssen und man Freiheit und Selbständigkeit völlig verliert … Dann ist das in meinen Augen der für mich schlimmste Zustand, in den ich geraten könnte. Wie hieß der Film von Till Schweiger noch? „Honig im Kopf“ ...

„Genieße jeden Tag, als sei es der Letzte!“ … ist einfach gesagt. Aber diesen Satz sollte man sich zumindest jeden Tag bewusst machen.

Dann stand der Nachmittag bevor. Ich sortierte noch ein paar Kleidungsstücke aus meinem Kleiderschrank aus und lud anschließend mehrere Tüten und Tragetaschen vom Keller zum Auto: Lebensmittelspenden* für die Troisdorfer Tafel  und Kleiderspenden für die Kleiderstube direkt nebenan. Jeden 1. Mittwoch im Monat können *diese in Troisdorf (Pfarrer-Kenntmich-Platz 25 / Eingang Kirchstraße) dort in der Zeit von 16.00 - 19.00 Uhr abgebeben werden. Die ehrenamtlichen, fleißigen Helferinnen halfen direkt, alles auszupacken und einzusortieren. Die Regele schienen diesmal gut gefüllt. Beruhigend, dache ich und hoffentlich setzt sich das fort. Schöner wäre jedoch, die Zahl der Hilfsbedürftigen würde sinken. Doch anhand der Berichte aus den Medien scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Unruhige Zeiten.

Dann setzte ich meinen Weg fort - nach Hause. Mitten im Berufsverkehr ging es nur stockend voran. Ich drehte den CD-Player auf volle Lautstärke und hörte Skunk Anansie. Der nächste Song begann „I’ll Let You down“ 

… I am lost

inside my dieing light …

There are days

You shine to brigth 

Ich war sehr froh darüber, die alte Dame - die einst mehr für mich war, als „nur" eine Freundin - besucht zu haben. Auch wenn es mich innerlich sehr aufgewühlt hat. Die wenigen lichten Momente, die sie hatte, nahm ich in meinen Erinnerungen mit. Ebenso froh war ich auch, mir die Zeit genommen zu haben, wieder Lebensmittelspenden bei der Troisdorfer Tafel abzugeben. Ich war zufrieden mit diesem Tag. Und der Abend sollte nun mir gehören. Wird wohl ein sehr nachdenklicher Abend werden. Aber das ist in Ordnung. Den Tag Revue passieren lassen und darauf hoffen, dass es nicht der letzte war!

An der Ampelkreuzung am Troisdorfer Bahnhof guckten mich Einige inzwischen fragend an. Ich kann keine Gedanken lesen, sondern nur erahnen. Klar, wie Kloßbrühe … was sie denken könnten: 'Kann die sich überhaupt konzentrieren beim Autofahren … bei der lauten Musik!?‘ Ja, kann ich. Konnte ich schon immer. Das soll auch möglichst noch lange so bleiben. Fotografie und Musik gehörten schon fast mein ganzes Leben zu mir. Heute eben keine Fotografie, dafür aber Musik.

Als die Ampel vor mir endlich auf grün sprang, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen und fuhr weiter. Soviel zu meiner Konzentration. Was schert es mich, was die Leute denken. Ich betätigte jedoch den automatischen Fensterheber, falls die Lautstärke nach draußen doch den ein oder anderen zu sehr verärgerte. Rücksichtnahme war wohl hier das korrekte Wort.

So, nun habe ich hier meine persönlichen Eindrücke verewigt … könnte man sagen. Ein Tag ohne Kamera. Ganz privat.

Es gibt ringsherum überall Menschen, die Hilfe benötigen. Im eigenen Umfeld und auch weit darüber hinaus. Nehmen wir uns öfter mal ein wenig Zeit - für Hilfesbedürftige. Und mögen wir dabei nie vergessen: jeden Augenblick kann es umgekehrt sein, in dem wir plötzlich selbst auf (fremde) Hilfe angewiesen sind. Genießen wir also möglichst jeden Tag, an dem wir uns frei und selbständig bewegen können. Weniger ärgern und manches gelsassener nehmen, hilft sicherlich auch. Es gibt so viele Schicksale, die mehr Aufmerksamkeit benötigen.

Bisher habt Ihr es geschafft, diesen Text bis zum Ende zu lesen. Danke dafür. Noch mehr würden es Euch jedoch Menschen danken, die Eure Hilfe benötigen (Danke auch an das Pflegepersonal - hier und überall - dass sich aufopferungsvoll um alte und kranke Menschen kümmert - meistens für ein viel zu kleines Gehalt!!!)

Daher: macht Euch Euer eigenes Bild und nehmt Euch einen Tag Zeit für hilfsbedürftigen Menschen.


P.S.: 

… der nächste hilfesbedürftige Mensch befindet sich direkt in meinem familiären Umfeld. Er ist maßgeblich daran beteiligt, dass ich überhaupt existiere („Ich  habe wieder was Leckeres für Dich parat … ;-) - falls Du das hier lesen solltest!“)

Blog - 05.04.2016

Unterwegs …

Im Park Schellerod in Troisdorf-Oberlar macht Spazierengehen derzeit keinen sonderlichen Spaß.  Der  Müll, den die Leute dort einfach zurücklassen, scheint stetig mehr zu werden. Was geht in deren Köpfen vor???

Kaum ein Foto ist möglich, auf dem links oder rechts nicht irgendwelcher liegen gelassener Unrat zu sehen ist:

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„Wildkaninchen"

WildkaninchenTroisdOberlar030416b


Auf dem weiteren Weg entdeckt ich ihn hier im modischen Look:

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Vielleicht ist’s aber auch eine „Sie“ - wer weiß das schon ;-) Jedenfalls scheint die gewählte Diät ein gaaanz klein wenig zuviel des Guten gewesen zu sein.


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Dem Wetter bin ich derzeit dankbar: Regen! Und damit: weniger Pollenflug (*schnief*). Dennoch schlägt’s ein wenig auf’s Gemüt. Man schaut beispielsweise aus dem Auto und das sieht dann so aus (s. Bild re.)

Da musste ich mir was einfallen lassen: ab ins „gamins weindepot“ ;-) Ein Gläschen Rotwein am Abend für den Genießergaumen sorgt für gute Laune. Und gleich gab’s dort vor Ort auch eine kleine Weinverkostung und wieder mal sehr nette Beratung! 

Eine Foto-Anfrage bzw. ein kleiner Auftrag beschäftigt mich an dieser Stelle noch … Was hindert mich? Zeit! Die verfliegt ja bekanntlich wie im Fluge. Apropo Flug: es stand eigentlich noch ein Flug nach Reykjavik auf dem Plan. Doch Dank der „Panama Papers“ gehen dort derzeit tausende wütende Isländer auf die Straße, um zu demonstrieren. Lt. Medienberichten hat Islands Regierungschef eine Briefkastenfirma unterhalten. Also wieder mal kein guter Zeitpunkt, um nach Reykjavik zu fliegen! 2010 hat der Ausbruch des Vulkanes Eyjafjallajökull mir bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun denn - wird der Plan also erneut verschoben.

Blog - 03.04.2016

Der Rotter See am frühen Sonntagmorgen …

In der Hoffnung, das Wetter hält, was es verspricht, gehorchte ich dem hartnäckigen Klingeln am frühen Sonntagmorgen. 06.30 Uhr! Noch ein … zweimal kurz rumgedreht und dann - schwups! - raus aus den Federn. Kameratasche gepackt und los ging’s zum Rotter See. 

Weidenkätzchen schmückten den Wegesrand am Ufer, die nach der Entleerung ihrer Pollen abfallen und sich vorher noch in ihrer katzenfellartigen Schönheit zeigen werden.

Ja, Pollen … ein anderes Thema (denn ich versuchte gerade dem Heuschnupfen  :-(   zu trotzen!). Aufgrund des sehr milden Winters, schien es diesmal viele Allergiker hart zu treffen. Naja, in meiner Kameratasche war auch Platz für mind. 10 Packungen Papiertaschentücher *schnief*.

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Mit Blick auf Kriegsdorf entdeckte ich eine einsame Graugans, die stolz dort über’s Feld schritt. Sie schnatterte aufgeregt und schien irgendwie verärgert zu sein ...

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Kriegsdorf hat sich in den letzten Jahren stark verändert und vor allem vergrößert. 


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Gleichzeitig fand heute ab 08.00 Uhr das „Anfischen“ des Abgelsportverein Sieglar e.V. statt und so waren ringsherum Angler zu beobachten. Daher versuchte ich mich ruhig und unffällig zu verhalten, um nicht unnötig zu stören. Die jeweiligen Anglerplätze waren bereits entsprechend markiert.





Unmittelbar am Uferrand des Rotter See’s entdeckte ich ein Schwanen-Paar ...

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Das Schwanenweibchen brütet nun für ca. 40 Tage und, wenn alles gut geht, gibt es dann ca. 4 - 6-fachen Nachwuchs :-)

Das Schwanenmännchen schwamm am Uferrand auf und ab und bewachte aufmerksam sein „Revier“ …

Sicherlich werde ich bei nächster Gelegenheit wieder nach den beiden schauen und hoffentlich bald kleine Schwanenküken bestaunen können!


© Alex We Hillgemann / www.alexografie.de  -  Alle Rechte vorbehalten!