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Schreibtisch-Chaos

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Es fängt an mit einer kleinen Ecke. Die Ecke mutiert zu einem immer größer werdenden Häufchen und irgendwann stell man fest: „So kann ich nicht arbeiten!“ Denn: das Chaos hat sich auf dem Schreibtisch breit gemacht. Und schon beim nächsten Telefonat fängt man an, seinen Kugelschreiber zu suchen und ein noch unbeschriftetes Stück Papier. 

So kann die Summe der vielen kleinen  Zeitverschwendungen aufgrund der unnötigen Sucherei immens sein: lt. einer Studie des Fraunhofer-Instituts verschwenden wir etwa 1/3 der Arbeitszeit damit, Arbeitsmaterialien und Dokumente zu suchen - das sind ca. 70 Tage im Jahr! Damit stellt die Sucherei in Sachen Büroeffizienz ein stetiges Hindernis dar. 

"Es ist nie Zeit etwas wegzuräumen, aber immer, um danach zu suchen.“ (Sandra Felton)

Der Schreibtisch ist unsere  Projektionsfläche: wer sofort alles griffbereit hat, wenn etwas benötigt wird, signalisiert Kompetenz und darüber hinaus: Struktur und Weitsicht. Somit ist ein aufgeräumter Schreibtisch bzw. Arbeitsplatz keineswegs als übertrieben ordnungsliebend einzustufen. Weitsicht gilt vor allem dann, wenn man seinen Arbeitsplatz kurzfristig einer Vertretung überlassen muss. „Findet sich ein jeder zu Recht, wenn ich z.B. krankheitsbedingt plötzlich ausfalle?“ Wer sich diese Frage täglich stellt, gilt als absoluter Teamplayer - ein emens wichtiger Aspekt in Zeiten, in denen täglich immer mehr Informationen in kürzester Zeit auf uns einströmen. Und auch folgende Frage sollte man sich regelmäßig stellen: „Was denkt wohl ein Kunde oder Geschäftspartner, wenn er mein Büro betritt und dieses Chaos auf meinem Schreibtisch sieht?“ Vertrauensweckend wirkt es garantiert nicht! Daher ist der Schreibtisch auch gleichzeitig die Visitenkarte.

Zudem gibt ein aufgeräumter Schreibtisch einem ein gutes Gefühl: eine Umgebung, in der man sich gerne aufhält, fördert die  Produktivität und  Kreativität. Alles was sichtbar um einen herum „lagert“ - ohne System und Ordnung - stresst das Unterbewusstsein.  Wer in einer stetigen Zeitschleife seines Schreibtisch-Chaos herumgeistert, der sollte einen radikalen Schritt tun:

alles vom Schreibtisch runter räumen und dann entscheiden, was noch gebraucht wird und was noch funktioniert - und nur das kommt erneut auf den Schreibtisch! Heißt also: erst ausmisten und dann neu orgnaisieren! Der Rest: ab in den Müll. Darüber hinaus gibt es moderne Ablagesysteme in sämtlichen Formen und Farben ganz nach dem persönlichem Geschmack. Sollte das Unternehmensbudget dies nicht hergeben, so sollte man sich zumindest für einfache, praktische Lösungen entscheiden: z.B. altbewährte Stiftehalter, Ablagekästen und Pultodner. Eine einheitliche Gestaltung dient hier im Übrigen auch der Übersichtlichkeit. Wer es dann noch schafft, jedes Schreibtischutensil einem bestimmten Platz zuzuordnen und es auch stets dahin zurücklegt, schafft grundsätzlich Ordnung. Das gilt ebenso für Briefe, Belege u.ä.: nach dem ersten Blick sollten man entscheiden, wo es landet, wenn es nicht sofort bearbeitet wird. Alles das dient dem  Wohlfühlen am Arbeitsplatz. 

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Und ganz nebenher freut man sich, wenn dann auf dem Schreibtsich auch wieder Platz für die schönen Dinge im Leben ist:

z.B. ein Becher Cappuccino, den eine nette Kollegin aus der Pause mitgebracht hat 😉.




Desktop

P.S.: Schon gewusst? Ordnung auf dem Desktop des Computers ist ebenso angebracht und: Studien belegen, dass Mitarbeiter mit einem 24-Zoll-Monitor 52 % schneller arbeiten,  als mit 18 Zoll!


Blog - 21.02.2016

Sonntag. Ausschlafen. Ausruhen. Entspannen. Drei seltene „Dinge“ - zumindest für mich. Der Tag heute begann mit einem ausgiebigen Frühstück, Zeitschriften und dann ging’s am Nachmittag weiter mit leckeren Teilchen aus der Bäckerei. Da geht’s einem doch gut, oder? In meinem Fall weiß ich das sehr zu schätzen. Diese Momente muss man sich bewusst machen und genießen. Einfach mal die ganzen Widrigkeiten, Unruhen, Hasskommentare in sozialen Netzwerken, das Anzünden von Asylunterkünften … ausblenden. Sagt sich so einfach. Ist auch nicht einfach. Aber in der Ruhe liegt die Kraft und genau die brauche ich: Kraft für alles, was da noch auf einen zukommen mag.

Nun denn. Da hocke ich am Nachmittag am frisch gedecktem Kaffeetisch und da werde ich plötzlich traurig angeguckt: von einem Krapfen! Und ich kann förmlich "seine Gedanken“ lesen:

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Tja, man kann sich denken, was passiert ist. Natürlich musste erst die Kamera her. Und auch, wenn ich den Krapfen dann schlussendlich doch aufgegessen habe, so habe ich ihn wenigstens verewigt!

*leeeeecker!*

P.S.: ich kann nicht anders - ich finde, er sieht aus, wie ein Pupsgesicht ;-))) Humor ist wichtig. Gerade in Zeiten wie diesen! Oder?


Blog - 18.02.2016 … mehr als 1.000 friedliche Gegendemonstranten ...


Für Menschlichkeit, Vielfalt und Solidarität haben am 18.02.2016 mehr als 1.000 Bürger auf dem Siegburger Markt gegen eine AfD-Kundgebung friedlich demonstriert.

Der AfD-Kreisverband Rhein-Sieg meldete diese Kundgebung unter dem Titel „Asylchaos beenden - Für die Sicherheit unserer Frauen und die Zukunft unserer Kinder“. Zur Gegendemonstration hatte das Bündnis „Bunter Rhein-Sieg-Kreis“ aufgerufen und gemeinsam gegen eine Verseuchung des politischen Klimas zusammen zu stehen.

Fotos von AfD-Anhänger findet man hier übrigens vergeblich - das liegt vor allem daran, dass die Polizei strategisch wichtige Punkte komplett abgeriegelt hatte, um ein evtl. gewaltsames Aufeinandertreffen so zu vermeiden. Aber vor allem auch, weil sie anzahlmäßig weit unterlegen waren: ca. 110 AfD-Anhänger (lt. Angabe der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis).

Bürgermeister Franz Huhn, Mario Dahm (SPD - Jusos Rhein-Sieg), Volker Beck (Grüne - Bundestagsabgeordneter) etc. hielten überzeugende Reden vor mehr als 1.000 Bürgern.

Und im Sinne einer guten Nachbarschaft steht man als Troisdorfer(in) natürlich den Siegburgern zur Seite - nämlich für Menschlichkeit, Vielfalt und Solidarität:

- Bündnis „Bunter Rhein-Sieg-Kreis“ -

Hass und Hetze sind fehl am Platz!

Gewalt ist keine Lösung!

(Weitere Infos hier >> WDR - Aktuelle Stunde)



Blog - 13.02.2016

Es ist Zeit für den Februar-Newsletter von Alexografie … Wer diesen also erhalten möchte und noch nicht in die Mailing-Liste eingetragen ist, darf dies gerne hier nachholen :) - dieser erscheint max. 1 - 2 x monatlich und eine Abmeldung ist ebenfalls jederzeit möglich.

Oder: habt Ihr ein wichtiges Anliegen, über das im Alexografie-Newsletter berichten soll? Dann teilt mir diese bitte in Kürze per E-Mail mit!

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…. Aber nicht irgendwelcher ;-) Nein - der von Alexografie!

Blog - 10.02.2016 Shopping in Siegburg ...

„Die Kunst zu leben besteht darin, zu lernen, im Regen zu tanzen, anstatt auf die Sonne zu warten.“

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In etwa nach diesem Motto hatte ich heute Morgen spontan beschlossen, trotz des miesen Wetters, eine kleine Shopping-Tour durch Siegburg zu starten. Getanzt habe ich nicht. Dafür aber einen ordentlichen Fußmarsch durch die Siegburger City hingelegt. Und es gibt da schon so ein paar interessante Dinge, die mich, als Troisdorferin, dann in Siegburg doch beeindrucken und mitunter auch verwundern.

Bewundern tue ich stets den guten alten „Michaelsberg“ - auch, wenn er heute längst nicht mehr das ist, was er mal war. In meiner Kindheit ging meine Mutter dort oft mit mir spazieren und später nutzte ich ihn als Ort zum Verweilen: ich suchte mir hier und da schon mal ein ruhiges Plätzchen, um ein Buch zu lesen oder einfach nur, um Leute zu beobachten. Letzters war sogar eine Lieblingsbeschäftigung: hin und wieder traf ich mich dort mit Freunden und wir „studierten" gemeinsam die Menschen. Wir saßen dann auf unseren Wolldecken und dachten und ahnten zu dieser Zeit nicht, was das Leben noch alles so für uns bereit hielt. Das wollten wir auch gar nicht. Wir lebten dann just in diesem Augenblick und genossen einfach die Zeit des Zusammenseins. An einem schönen Sommertag erinnere ich mich noch, als sich einmal einer der Benedektinermönche zu uns gesellte. Er war sehr aufgeschlossen, erzählte uns von seinem Werdegang und hörte uns zu. Später bat er uns, dafür zu sorgen, den Platz wieder ordentlich zu verlassen. Das taten wir auch und war zudem selbstverständlich für uns.

Bis 2011 war die Abtei auf dem Michaelsberg eine Abtei des Benedektinerordens. Dann zogen die Ordensgemeinschaft der „Unbeschuhten Karmeliten“ und das Katholisch-Soziale Institut der Erzdiözese Köln dort ein. Vieles hat sich seitdem nun an diesem Ort verändert.

Aber nun zurück zu meiner „Shopping-Tour“. Shopping? Wohl eher Kopping (= Kopfschmerzen). Genau diese plagten mich seit den frühen Morgenstunden. Und kurz zur Aufklärung: Shopping & ich das gehört irgendwie nicht zusammen! Tat es auch früher nie. Damals musste mich eine Freundin immer wochenlang im Voraus überreden und dann machten wir einen Tag aus, an dem wir in Siegburg sämtliche Geschäfte durchstöberten. Das dauerte gut mehr als 4 Stunden und sah dann so aus:

Meine Freundin schleppte mind. 4 - 6 Tragetaschen durch die Fußgängerzone und ich max. eine! Dafür hatte ich dann jedesmal Blasen an den Füßen. Aber lustig war’s trotzdem, muss ich ja ehrlich zugeben. An einem dieser Shopping-Touren schaffte es meine Freundin sogar, versehentlich einen Probiersocken anzubehalten, als wir ungefähr das 5. Schuhgeschäft verließen, und stieg dann damit (es war Sommer) in den Zug. Das sah echt schäbbig aus und wir lachen noch heute darüber - gut 30 Jahre später. Vor allem, als sie versuchte, möglichst unbemerkt den Probiersocken auszuziehen, um ihn dann in einem der Aschenbecher im Zug zu entsorgen.

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Nun denn: für heute fand ich einen Parkplatz in der hinteren Alleestraße (nachdem ich einige hundert Meter zuvor am Kreisverkehr von einem riesengroßen Münzmallorca „begrüßt“ wurde) - inmitten riesiger Pfützen. Die Parkuhr funktionierte offenbar nicht, zumindest verschmähte sie mein Kleingeld. Dann halt nichtdachte ich mir und zog los - mit aufgespanntem Regenschirm. Oh ja, ich „liebe“ es - shoppen im Regen! Und ich fragte mich, was mach’ ich hier eigentlich? Da habe ich - nach langer Zeit - mal einen kompl. Tag frei, so mitten in der Woche und mir fiel nix besseres ein, als nach Siegburg zu fahren - zum Shoppen?? Aber es gibt ja nichts Gutes, außer man tut es. Also ging ich weiter ...

Es ist schon mind. wieder 1/2 Jahr her, seit ich zuletzt in Siegburg war. Als Erstes ging ich an diesem großen Schuhgeschäft („D…….nn") unterhalb der Fußgängerzone vorbei. Jawohl: ich leistete inneren Widerstand! Nein, ich wollte keine Schuhe kaufen. Nein, ich wollte auch nicht irgendwelche Klamotten in irgendwelchen verstaubten Umkleidekabinen anprobieren. Und so landete ich im Buchladen („Thalia“). Dort stöberte ich ausgelassen herum und entdeckte die ein oder andere nette Kleinigkeit zum Verschenken. Im Obergeschoss bediente mich eine sehr, sehr nette Verkäuferin mit Humor - das gefiel mir. Ich lachte - Danke dafür! Zumindest bis hierher hatte sich der Besuch in Siegburg schon mal für mich gelohnt. Und: in Bücherläden regnet es bekanntlich nicht, also ließ ich mir Zeit. Als ich dann wieder nach draußen ging, regnete es leider immer noch. Was soll’s: auf in die nächste Runde! Ich betrat den ein oder anderen Bekleidungsladen und stellte fest: made in China, Pakistan, Vietnam … stand fast in allen Textilschildchen. So rochen sie auch meist - die Klamotten. Vielleicht war ich in den falschen Läden. Ich weiß es nicht und machte mir (für heute) auch keinen Kopf, ob richtig oder falsch. Denn: ich wollte KEINE Klamotten kaufen! Nein, nein, und nochmals nein. Außerdem sammle ich Momente, nicht Klamotten! Und da ich dabei vor allem auch keine Kinderarbeit, oder Billiglöhnerei in Bangladesch etc. unterstützen wollte, war zumindest das für heute schon mal eine gute Entscheidung. Aber wir alle wissen: man kann sich dem kaum entziehen! Was man auch kauft: meistens landet man genau in dieser Falle. Soziale Verantwortung ist für die Bekleidungsindustrie i.d.R. ein Fremdwort Transparenz = meist mangelhaft. Nun denn: ich habe Klamotten genug - Schuhe sowieso ;-) Hallo - ich bin eine Frau! Das alleine reicht schon als Rechtfertigung! Und die Schuhe sammle ich nicht. Nein, ich ziehe sie tatsächlich auch an! Macht voll Spaß.

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Meine verflixten Kopfschmerzen wurden nicht besser.  Schmerztablette? Keine dabei. Apotheke? Keine Lust. Also: durch- bzw. aushalten. Und so landete ich in dem großen Kaufhaus, das ebenfalls mit „K“ beginnt. Zunächst ging ich runter ins Basement und entdeckte ein paar witzige Postkarten. Fünf an der Zahl suchte ich mir aus. Aber wo war die Kasse? Tomaten auf den Augen? Nee, Brille vergessen. Ich steckte die Postkarten wieder an ihren angestammten Platz zurück und ging die Treppe wieder hoch. Ja: das war ich! Andere hätten in dieser Zeit (inzwischen war gut eine Stunde vergangen) schon mind. zwei Tragetaschen an Klamotten eingekauft, aber mir war das mit den Postkarten schon zu „anstrengend“ - zumal: die konnte ich ja auch selbst entwerfen - ha, also, was soll’s ;-) !


Als Nächstes landete ich auf der Rolltreppe und dann im 1. Obergeschoss. „Sales, „Sales“, „Sales“, „30 %“ …. ich fühlte mich förmlich angeschrien. Überall hingen diese Schilder: oben an der Decke, an den Klamottenständern usw. Und auch das war wieder typisch: wenn mir überhaupt etwas gefiel, war nix mit „Sales“ oder „30 %“ - nee, voller Preis. Geiz ist geil war heute meine Devise. Ich schäme mich deswegen aber keineswegs, sondern schonte nur meine fein sortierten kleinen Geldscheine, die ich lieber für meine Traumreise (die Hurtigruten, Norwegen, Island ….) zurücklegen wollte. Ja meine Güte, warum in aller Welt ging man dann Shoppen? … werden sich sicher viele an dieser Stelle fragen: so bin ich halt - ich - Alex! :o) Und ich erwähnte ja bereits schon: Shoppen & ich das gehört nicht wirklich zusammen. Ich liebäugle nämlich in Gedanken schon mit einer neuen Kamera - spätestens zu dem Zeitpunkt, zu dem meine Traumreise als gebucht gilt! Also passt Alex genau auf, wofür sie ihr schwer verdientes Geld ausgibt. So einfach ist das.

Ich peilte erneut die Rolltreppe an. Ah, da hinten! Schnellen Schrittes ging ich zu ihr - uuups! Falsche Richtung - nämlich: sie verhielt sich sehr entgegenkommend! Das kann fatale Folgen haben. Hurtig ging ich ein paar Schritte zurück und stellte fest: ja,  genau - einmal um dieses ganze technische Monstrum herum - damit man schön von vielen (un)nützlichen Dingen verführt wird (oder auch nicht - so wie in meinem Fall) und vielleiiiicht doch das ein oder andere Schnäppchen an Land zieht. Nicht mit mir. Schnellen Fußes hopste ich auf die Rolltreppe in Richtung abwärts! Schnell raus. Das war schon wieder alles viel zu viel. Für mich!

Vor dem dem Ausgang ließ ich mich dann kurz von den kunterbunten Düften der Parfümerie dort in dem Kaufhaus, dass mit „K“ beginnt, fast verführen: „Jean Paul Gaultier“ - 25 % Rabatt. Schnupper … schnupper. Mein mir angetrauter Weggefährte steht eben auf - klar, kann man ja ruhig offen drüber reden bzw. schreiben: „Fahrenheit“. Ich lieeeebe diesen Duft. Nun denn. Ich eilte weiter. Nix Parfüme. Ich war so stolz auf mich! Selbst Jean Paul Gautlier konnte mich heute nicht bezierzen.

So landete ich als Nächstes in dem Kaufhaus mit den zwei Buchstaben „C“ und „A“ ;-))) - unschwer zu erraten. Ist ja auch gleich neben dem großen Kaufhaus, dass mit „K“ beginnt. Ist Kleidergröße 34 heute nicht mehr 34?? Kartoffelsack hier, Kartoffelsack da. War das der neuste Trend? Hab ich was nicht mitbekommen in Sachen Mode? Hallo: ich bin 1,59 cm „groß“ und wiege 49 Kilo! Ich BRAUCHE Kleidergröße 34 - nicht Kartoffelsack! Und erneut fand ich mich auf einer Rolltreppe wieder - hinauf. Und: landete wenige Schritte später in der Kinderabteilung! Zwei Langarmshirts (eines schwarz, eines weiß) in Gr. 164 für je 4,50 € - also: geht doch! Kinderklamotten, von Kindern genäht? Ich hoffe nicht :-/ Als Nächstes ging ich zielstrebig zur Kasse und landete inmitten einer Unterhaltung zwischen einer Kundin (schätzungweise Anfang 30 - in enger bunten Leggins, weißen Socken in Turnschuhen, die vermutlich von ausgebeuteten Menschen in Billiglohnländern produziert wurden) und einer Verkäuferin (schätzungsweise Ende 40):

Kundin: „Ich komm da hinten mit den Anzuggrößen nich klar!“

Verkäuferin: „Was für eine Größe wird denn benötigt?“

Kundin: „XL!“

Verkäuferin: „Äh, also ca. 54 - 56.“

Kundin: „Weiß nich genau, mein Mann trägt immer IxÄääälll! Aber der hat nie Zeit, jetzt muss ich datt halt so machen!“

Verkäuferin: „Das wird dann aber schwierig …“

Ich hörte nicht mehr weiter zu. Bei dem Wörtchen „schwierig“ setzte mein Selbstschutzmechanismus ein: SCHWIERIG wollte ich heute NICHT! Davon hatte ich genug in meinem Job. Und sowieso: die ganze Welt verhält sich derzeit überwiegend schwierig. Ich wollte heute einfach nur einen Tag - ohne Plan - und ohne Ziel = einfach = Luxus! Zumindest für mich. Und: ebenso selten! Und bei dieser Art von Unterhaltung am Rande der Kasse dachte ich Folgendes: „Es gibt so Leute, da denke ich mir: ach guck mal, die Evolution macht auch mal Pause."

Ich verließ das Kaufhaus, nach dem Bezahlen, mit den zwei Buchstaben („C“ und „A“) und schlenderte die Fußgängerzone hinunter in Richtung Marktplatz. Es regnete immer noch. Unterhalb des Marktes entdeckte ich dann den „K..i“ (wir nannten sowas früher: Ramschladen). Ich kaufte dort: Butterbrotstüten! Weil ich sie brauchte, ganz einfach. Ja: ich gehöre zu denjenigen, die sich morgens ihrer Butterbrote selbst schmieren. Mich morgens zwischen Telefongeklingel und Papierbergen in der Hektik an den Brötchenwagen zu stellen, war nicht mein Ding. Diese „Brötchen“ schmeckten außerdem wie aufgebacken und unter Hygiene vestehe ich etwas ganz anderes. Und oftmals ist das Schönste an meinem Job, dass sich der Stuhl dreht! Und so hatte ich fast täglich noch mind. 5 Minuten für mich ganz allein im Büro, während alle anderen nach draußen rannten, um sich mit Frühstück auf Rädern zu versorgen. Für mich war das, wenn überhaupt, die Ausnahme der Ausnahme. Etwa, wenn ich mal morgens nicht früh genug aus den Federn kam. Aber das kommt sehr, sehr selten vor. Achja, fast vergessen: ich gönnte mir im „K..i“ noch einen schönen Kugelschreiber mit ausradierbarer Tinte (warum zu Himmel gab es das nicht schon zu meiner Schulzeit??).

Als Nächstes betrat ich einen Laden auf der Ecke unten an der Fußgängerzone. Früher war dies das Kaufhaus „Hohage“. Gute, alte Zeiten … lang ist’s her. Schon als ich den Kaufraum betrat, kam mir ein beißender Chemiegestank entgegen. Nee, schnell wieder raus! Arme Verkäuferin(nen) - dachte ich da so bei mir. Mussten sie da wahrscheinlich den lieben langen Tag lang irgendwelche Schadstoffe von Textilien einatmen. Ich frage mich an der Stelle immer wieder: wie ist so etwas möglich? Wieso finden immer wieder dartige Kleidungsstücke u.ä. den Weg in unsere Läden???

Tja, und schon beschritt ich wieder die Alleestraße. Und endlich hörte es auf zu regnen. Klar - am Ende meiner „Shopping“-Tour! Aber so ganz ohne Regenschirm in der Hand sah ich auch mehr. Vor allem den ganzen Dreck auf dem Gehweg - vermutlich Spuren von Rosenmontag:

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So endete also meine „Shopping“-Tour: ein paar kleine Geschenke, zwei Kinder-Langarmshirts, Butterbrotstüten und ein Kugelschreiber. Im Schnitt hatte ich also so in etwa 25,- EURönchen bar ausgegeben. *Stolz* ;-) Meine Traumreise rückt somit wieder in finanziell greifbarere Nähe! Und wenn es denn so weit ist: werde ich hier in meimem Blog natürlich darüber berichten (incl. hoffentlich einzigartiger Fotos!) - sicherlich interessanter, als über’s Shoppen zu schreiben *lach*. Aber bis dahin habt bitte noch Geduld …

Und so fuhr ich wieder zurück in Richtung Troisdorf. Jawohl, Troisdorf - da fühle ich mich wohl!

Nun sind ca. 9 Stunden des Tages vergangen, seit ich aufgestanden bin. Da bleibt ja noch ein wenig Zeit - für mich. Toll - so ein freier Tag - noch dazu so völlig sinnfrei ;-)


P.S.: ich hatte übrigens kein Knöllchen an der Windschschutzscheibe - Danke Siegburg! ;o)

Blog - 07.02.2016


Man kann über diese Art „Fernsehformat“ denken was man will - aber die Dankesrede am 06.02.2016 als

Preisträgerin Beste Information / Goldene Kamera 2016

von Dunya Hayali (ZDF-Journalistin, Tochter irakischer Auswanderer) sollte in Stein gemeißelt werden! Treffender, als sie es in ihrer Rede getan hat, kann man es nicht ausdrücken - mir persönlich hat sie aus der Seele gesprochen.

Dunja Hayali - u.a. Moderatoren beim Morgenmagazin - nutzt ihren Bekanntheitsgrad genau in dem Maße, wie es notwendig ist. Dabei spielt sie sich nie selbst in den Vordergrund - nein, das tun vor allem die Medien. Und eben auch die, in dessen Umfeld sie sich bewegt. Es ist ihr Beruf - mehr noch: ihre Berufung.

Viele, die solch eine „Bühne“ nicht haben und daher weniger wahrgenommen werden, obwohl sie sich in ihrem Umfeld und in ihrem möglichen Rahmen ebenso besonders einsetzen, gehen dabei in der Masse unter. Aber: wir brauchen eben die, die aus dieser Art von Masse herausragen und das auf eine unarrogante Weise, wie Dunja Hayali. Wir sollten ihr dafür dankbar sein - ohne Neid, aber dafür mit Anerkennung! Ihre Authentizität, ihr Mut ist in Zeiten wie diesen einzigartig und: wichtig.

„Wahrheit braucht Zeit!“


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